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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Erklärung  einer  alten  chinesischen  Semiotik.

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gewöhnliche  Gemüthsstimmung,  welche  nichts  zu  bedeuten  hat.
Wenn  er,  so  oft  er  sprechen  will,  früher  das  Haupt  bewegt,  so  setzt
der  Schmerz  dem  Hervorsenden  der  Stimme  eine  Grenze,  und  der
Kranke  bewegt  das  Haupt,  um  die  Langsamkeit  anzudeuten.  Erfasst
er  mit  den  Händen  den  Bauch,  so  besteht  ein  innerlicher  Schmerz.
Erfasst  er  das  Haupt,  so  ist  das  Haupt  schmerzhaft.  An  jedem
Orte,  den  er  erfasst,  ist  gewiss  Schmerz  vorhanden.
Dass  zur  Zeit,  wo  man  den  Puls  fühlt,  der  Kranke  dreimal
spricht  und  dreimal  innehält,  hat  die  Bedeutung:  er  will  sprechen
und  spricht  nicht,  er  spricht  nicht  und  will  sprechen.  Dies  wiederholt ­
  sich  dreimal.
Ist  ein  Hinderniss  der  Sprache  und  vermag  er  nicht  zu  sprechen,
so  ist  dies  die  Krankheit  des  Windes  (der  Schlagfluss).  Wenn  er
ohne  ein  Hinderniss  der  Sprache  und  die  Krankheit  des  Windes  dreimal ­
  spricht  und  dreimal  innehält,  so  hat  dies  das  Aussehen  einer  verstellten ­
  Krankheit.
Sollte  er  beim  Befühlen  des  Pulses  schlingen  und  ausspucken,
oder  sollte  er  beim  Befühlen  des  Pulses  blasen  und  gähnen,  so  ist
dies  kein  Zeichen  von  Krankheit.  Denn  beim  Schlingen  und  Ausspucken ­
  ist  die  innerliche  Luft  im  richtigen  Verhältniss,  beim  Blasen
und  Gähnen  sind  die  Urstofte  der  Finsterniss  und  des  Lichtes  im
richtigen  Verhältniss.
Wenn  man  diese  zwei  Umstände  hervorhebt  und  dadurch  die
Wahrheit  und  Falschheit  der  Gemüthsstimmung  beobachtet  und
unterscheidet,  so  kann  auch  das  andere  offen  gelegt  werden.  Der
Zweck  ist  nämlich,  zu  bewirken,  dass  der  Kranke  seinen  Betrug  nicht
verwerlhen  kann  und  dass  der  Arzt  nicht  dahin  komme,  von  ihm
betrogen  zu  werden  und  ihn  unnützer  Weise  zu  behandeln.

Schwarze  Farbe  ohne  Schmerz,  hier  ist  Gelbsucht,  durch  Ausschweifung ­
  entstanden,  und  Verletzung  der  Nieren.  Ist  keine  Gelbsucht, ­
  so  ist  Anhäufung  des  Blutes.  Entsteht  Nasenbluten  oder  geht
das  Blut  nach  unten  ab,  so  wird  die  Farbe  später  gelb.  Das  Angesicht
ist  undeutlich  gelb  und  schwarz,  Streifen  umgeben  die  Winkel  des
Mundes,  es  ist  das  Aussehen  des  Hungers  und  der  Zehrsucht.
Erkundigt  man  sich,  so  ist  gewiss  eine  Versperrung  der  Kehle.
            
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