Die Erklärung einer ulten chinesischen Semiotik.
45
Dass hei wenig Essen die Luft wenig, ist das Gewöhnliche. Ist
hei wenig Essen viele Luft, so ist gewiss ein Fehler der beiden
Gewebe: eine Krankheit des Magens, bei der nichts gegessen wird,
eine Krankheit der Lungen, hei der die Luft unregelmässig ist.
Wo Freude am Kalten, ist in dem Inneren gewiss Hitze. Wo
Freude an dem Heissen, ist in dem Inneren gewiss Kälte.
Bei leerer Hitze ist das Kalte, das man trinkt, wenig. Bei voller
Hitze ist das Kalte, das man trinkt, viel. Bei leerer Kälte ist das
Heisse, das man trinkt, wenig. Bei voller Kälte ist das Heisse, das
man trinkt, viel. Deswegen wird gesagt: Bei der Entseheidung hinsichtlich
der Leere und Volllieit der Kälte und Hitze handelt es sich
um das Viele und Wenige.
Ob der Stuhlgang durchdringt oder verschlossen ist, wird durch
die Leere und Volllieit bedingt. Wo keine Hitze, ist der Urstolf der
Finsterniss gebunden. Wo keine Kälte, ist der Urstoff des Lichtes
erregt. Der Harn blassroth oder weiss, ist der Hitze und Kälte vorgesetzt.
Bei Leere des Urstodes der Finsterniss ist er blassroth und
matt. Bei Feuchtigkeit und Hitze ist er weiss und gleich dem Reiswasser.
(Erklärung.) Dies ist die Weise der Beobachtung, um sich
durch Fragen von dem Stuhlgang und dem Harn Kenntniss zu
verschaffen.
Ob der Stuhlgang erregt oder nicht erregt, wird durch die
Leere und Volllieit des Innerlichen bedingt. Verschlossensein ist
Volllieit. Wenn innerlich und äusserlich keine Zeichen der Hitze, so
ist der Urstolf der Finsterniss gebunden und der Stuhlgang ist verschlossen.
Das Durchdringen ist Leere. Wenn innerlich und äusserlich
keine Zeichen der Kälte, so ist der Urstolf des Lichtes voll, und es ist
Hitze und Thätigkeit.
Die blassrothe und die weisseFarbe des Harns ist der Kälte und
Hitze des Innerlichen vorgesetzt. Blassroth ist die Hitze. Ist er
gleichförmig blassroth oder mattgelb, so ist der Urstolf der Finsterniss
leer.