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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Dp.  Pfizmaier

Ist  bei  einer  Krankheit  am  Tage  Verschlimmerung  mit  Killte  lind
Hohlheit,  in  der  Nacht  aber  Beruhigung,  so  ist  dies  eine  getheilte
Krankheit,  hei  welcher  der  Urstoff  der  Finsterniss  zu  dem  Urstofte
des  Lichtes  emporsteigt.
Ist  bei  einer  Krankheit  in  der  Nacht  Verschlimmerung  mit  Aufregung ­
  und  Hitze,  am  Tage  jedoch  Beruhigung,  so  ist  dies  eine
getheilte  Krankheit,  hei  welcher  der  Urstoff  des  Lichtes  zu  dem  Urstoffe
  der  Finsterniss  hinabsinkt.
Ist  bei  einer  Krankheit  sowohl  am  Tage  als  in  der  Nacht  Kälte
und  Hohlheit,  so  ist  dies  eine  Krankheit,  hei  welcher  der  Urstoff'der
Finsterniss  schwer  und  der  Urstoff  des  Lichtes  nicht  vorhanden ­
  ist.
Ist  hei  einer  Krankheit  sowohl  am  Tage  als  in  der  Nacht  Aufregung ­
  und  Hitze,  so  ist  dies  eine  Krankheit,  hei  welcher  der
Urstoff'  des  Lichtes  schwer  und  der  Urstoff  der  Finsterniss  nicht  vorhanden ­
  ist.
Ist  hei  einer  Krankheit  am  Tage  Kälte  und  Hohlheit  ,  in  der
Nacht  Aufregung  und  Hitze,  so  nennt  man  dies  mit  Namen:  die
Urstoffe  der  Finsterniss  und  des  Lichtes  unter  einander  gemengt.
Wenn  Speisen  und  Getränke  sich  nicht  beibringen  lassen,  so
ist  es  schwer,  den  Tod  und  das  Ende  eines  solchen  Menschen  hintanzuhalten. ­


Ist  hei  vielem  Essen  wenig  Luft,  so  verwandelt  sich  das  Feuer
und  es  ist  eben  erst  die  Genesung  erfolgt.  Ist  hei  wenig  Essen  viele
Luft,  so  ist  im  Magen  und  in  den  Lungen  eine  Krankheit.  Wo  Freude
am  Kalten,  ist  Hitze  vorhanden.  Wo  Freude  am  Heissen,  ist  Kälte
vorhanden.  Bei  Leere  und  Vollheit  der  Kälte  und  Hitze  handelt  es
sich  um  das  Viele  oder  Wenige.
(Erklärung.)  Dies  ist  die  Weise  der  Beobachtung,  durch  Fragen
Kenntniss  von  Speise  und  Trank  zu  erlangen.
Dass  bei  vielem  Essen  die  Luft  vollkommen,  ist  das  Gewöhnliche.
Ist  hei  vielem  Essen  wenig  Luft,  so  verwandelt  sich,  wo  keine  Krankheit ­
  des  Magens  vorhanden,  das  Feuer.  Es  ist  nämlich  der  Fali,  dass
nach  eben  erst  erfolgter  Genesung  Begierde  nach  Speise  ensteht  und
die  Luft  des  Lehens  nicht  hinreicht.
            
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