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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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ß  r  u  n  n  e  r

eben  stattfindenden  Verhandlung  in  keiner  unmittelbaren  Beziehung
steht.  In  beiden  Fällen  erfolgt  die  Aussage  auf  Grund  eines  ihr  vorausgehenden ­
  Eides,  daher  man  die  Aussagenden  im  Gegensatz  zu
den  assertorisch  schwörenden  Zeugen  „Geschworene“  nennen  kann.
Sowohl  durch  die  Beeidigung  als  durch  die  Beschwörung  werden  die
ausgewählten  Gemeindegenossen  zu  Geschworenen.  Wollte  man
weiter  unterscheiden  ,  so  könnte  man  im  ersten  Falle  von  Geschworenen ­
  im  engeren  Sinne,  im  zweiten  von  Beschworenen  sprechen.
Im  Fall  der  Beeidigung  haben  die  ausgewählten  Männer  ein  eidliches ­
  Wahrheitsversprechen  abzugehen  des  Inhalts,  dass  sie  über
die  ihnen  vorzulegenden  Fragen  die  reine  und  volle  Wahrheit  aussagen
  wollen.  Da  gerade  die  promissorische  Form  des  Eides  das  formale ­
  Merkmal  dieser  Art  von  Inquisitio  ist  und  uns  namentlich  in
den  Urkunden  den  Anhajtspunct  zur  Unterscheidung  vom  Zeugenbeweise ­
  bietet,  so  will  ich  in  Folgendem  eine  längere  Beihe  von  Belegen ­
  zusammenstellen,  aus  welchen  diese  Eidesligur  sich  deutlich
ersehen  lässt.  „  Tune  jurnverunt  isti  sacramentum  qnod  inde  veritatem
  dicere  deberent...  post  sacramentum  dixerunt“:  Meichelh.
N.  12S.  —  „Demandavit  Engilhardus  comis  quod  illi  nobiles  viri
jurassent  ad  veritatem  dicendam  et  inprimis  juravit  E....  et  post
juramentum  dixerunt“:  Meichelh.  N.  312.  —  „Arcesserunt  liomines
  .  ..  eosque  jiirare  fecerunt  in  reliquiis  ut  veritatem  hujus  rei
omnibus  publice  ostenderent...  et  post  sacramentum  factum  dixerunt“: ­
  Meichelheck  N.  3G8.  —  „Juraverunt  festes  ■  ■  post  juramentum ­
  Ernst  comes  interrogavit  quomodo  se  res  habend.  Illi  vero
secundum  legalem  iustitiam  solvere  juramentum  parati,  ita  dixerunt“ ­
  :  M  ei  c  h  e  I  b.  N.  702.  Nach  alamannischen  Urkunden  und  Formeln
erfolgte  die  Aussage  „juramento  praemisso  et  fule  data“.  —  „Missus
fecit  jurare  primos  .  .  .  super  sanctorum  reliquias,  quod  quiequid
de  ipsa  marcha  .  .  .  certissime  et  verissime  scirent,  id  sine  mendacio
  et  ulla  dubitatione  testarentur.  Illi  quidem  post  datam  fidem
et  interrogatione  facta  dixerunt  se  veraciter  scire“.  Da  in  demselben
Processe  die  Inquisitio  vor  dem  König  wiederholt  werden  soll:  „rex..
fecit.  .  festes  sacramentum  dare  super  sanctam  et  venerabilern
dominicam  crucem  suarri....  tune  iussi  sunt  dicere  secundum  sibi
datum  sacramentum,  quod  verissime  scirent.  ..  id  sine  mendacio
et  dubitatione  testarentur“:  Mon.  Boica  XXX",  387.  —  „.  .  ipsosper
sacramentorum  interpositionem  jurare  fecerunt  nt  omnem  rei
            
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