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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Brunner

Lothar 1 ).  Diese  senden  zwei  Machtboten  ah,  „  ut..  per  circum
manentes  vtriusque  partis  rei  veritatem  inquirerent,  qui  reversi
.  ..  .  renuntiaverunt.  .
In  einer  Streitsache  zwischen  dem  Erzbischof  von  Lyon  und
dem  Grafen  Witgar 2 ),  welche  sich  um  die  Auflösung  eines  ungiltigen,
der  Kirche  nachtheiligen  Gütertausches  dreht,  schickt  Lothar  II.
einen  Machthoten  „per  veriores  melioresque  homines  hujusö'e  rei
veritatem  sub  jurejurando  invcstigaturum  nec  non  utrarumque
rerum  qualitatem  et  quantitatem  descripturum  nobisque  Confluentibus
  perlaturum“.
Auf  dem  Reichstage  zu  Attigny  a.  874  ■'>)  nehmen  die  versammelten ­
  Bischöfe  sich  einer  Klage  des  Bischofs  von  Barcellona  an,
welchem  zwei  gothische  Grosse  auf  Grund  angeblich  erschlichener
Königsurkunden  Kirchengüter  vorenthalten.  Das  Verlangen,  welches
die  Bischöfe  an  den  König  stellen,  geht  dahin:  „iussio  regia  liaecper
fidel  cs  missos  diligenter  ac  veraciter  inquirere  iabeat  et  ipsaminquisitionemper
  fidelium  custodiani  sub  sigillo  ad  notitiam  suamperf'erri
faciat  .  .  ■  ipsa  praecepta  secundum  legem  sigülentur  et  una  cum
ipsa  inquisitione  ad  praesentiam  regis  perferantur“.  Die  Inquisitio,
welche  dem  König  versiegelt  zugeschickt  werden  soll,  kann  nur  das
Protokoll  über  die  Aussagen  der  vernommenen  Umsassen  bezeichnen.
Ein  Graf  Gerold  hatte  ein  dem  Kloster  S.  Gallen  geschenktes
Gut  dem  Amtsgut  der  Grafschaft  einverleibt  (potestati  Zurigauensis
comitatus  violenter  coniunxit).  Die  Sache  kömmt  vor  Ludwig  d.  D.
„.  .  .  quod  nos  veraciter  per  missos  nostros  perscrutari  iussimus
cum  sacr  amento  4 )“.
In  dem  Inquisitionsprotokolle  über  einen  Rechtstreit  zwischen
Reichenau  und  S.  Ambrosio  di  Milano,  welcher  vor  Karl  den  Dicken
gebracht  worden  war,  erklärt  einer  der  Missi  zu  Beginn  der
Verhandlung:  „jussit  mihi  ipse  domnus  rex,  ut  ego  comanentes
homines  loci  ipsius  nostri  praesentia  venire  fecissemus  et  diligenter
  per  eos  inquisissemus“ 5 ).  Die  Urkunde  schliesst  mit  den  Aussagen ­
  der  Geschworenen.
>)  Marten  e,  Coli.  ampl.  II,  24,  a.  827,  B.  387.
2 )  Bouquet  VIII.  411,  N.  11.
=)  P.  523.  §,  3.
4)  Wartmann  II,  198,  N.  386,  a.  87S.  Böhmer  845.
5 )  Muratori,  Ant.  V,  929,  a.  880.
            
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