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B r u n n e r
„herum inquisitum esf per plnres personas eciam et per
ipsas precepcioncs qod antedicte princepis ibydem in primordio
et in posterum in intregetati concesserunt vel adfirmaverunt. “ Im
Jahre749 i) klagt der Abt vo n Saint Denis im Gerichte desHausmeiers
gegen den Abt von M. „repetens ab eo Oratorium aliquod“. Beide
Theile weisen Königsurkunden zur Erhärtung ihres Rechtes vor. „ Dum
hoc modo ipsi inter se contenderent tarn per bonos* homines et magnificos
viros quam per jam dictas prueceptiones diligenter veritatem
inquirentes invenimus quod ibidem nulla Justitia ipsius Hormungi
abbatis appuret“. Auch in karolingischen Urkunden findet
sich öfter, dass am Königsgerichte neben dem Urkundenbeweise die
Aussage von „veraces homines“ dem Urtheil zu Grunde gelegt wird.
Beispielsweise seien hier Bey er I, 26, N. 22, a.770und B ey er 1,41,
N. 37, a. 797 angeführt, wo der Beweis „tarn per veragos homines
quamque per confirmuciones regum“ „tarn per veraces homines
quamque per strumenta chartarum“ geführt und auf Grund desselben
das Urtheil gefällt wird. In allen diesen Fällen ist die inquisitio
per plures personas, per bonos, veragos homines kein von der Partei
angebotenes Beweismittel 3 ), sondern eine Massregel, welche das
Gericht selbst zur Ergänzung des durch die Urkunden gebotenen Beweisstotles
ergreift.
Selbständig vom Urkundenbeweise erscheint die Inquisitio in
einem Placitum, welches Karl der Grosse 782 in einer Sache des
Klosters Lorsch abhält 3 ). „Facta est inquisitio de Suenlieim si per
drictum deberet attingere ad villam Hurfeldomarcam“, welche
Karl dem Kloster geschenkt hatte. „Haec sunt nomina testium, qui
in ipso placito fuerunt . Es folgen circa 30 Namen. Nachträglich
wird noch von königlichen Machtboten eine Inquisitio an Ort
und Stelle des Streitobjectes vorgenommen, die das Ergehniss der
ersten bestätigt.
863 wird im Königsgerichte ein langjähriger Streit zwischen
dem Bisthum LeMansund demKloster Calais zum Austrag gebracht*).
J ) Pard essus-Brequigny N. 603.
2 ) Auf das von der Partei angebotene Gemeindezeugniss wird durch Urtheil erkannt.
Conf. Pardessus N. 478, oben S. 12, N.
8 ) Codex Laureshamens., Traditiones, N. 228. Conf. Waitz V. G. IV. 411, N. 3.
4) Martene et Durand, CoIIectio I, col. 169 ff. B. 1715.