Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Erklärung*  einer  allen  chinesischen  Semiotik.

39

(Erklärung.)  Dies  ist  die  Weise,  nach  der  Stimme  und  den
Tönen  bei  Krankheiten  Hitze  und  Kälte,  Tollheit  und  Leere,  Leben
und  Tod  zu  beobachten.
In  dem  Tschung-tsang-kmg  (dem  Buche  der  Aufbewahrung  im
Inneren)  wird  gesagt:  Die  Erspähung  von  vielem  Reden  bei  dem
Urstoffe  des  Lichtes  ist  Hilze.  Die  Erspähung  von  Lautlosigkeit  bei
dem  Urstoffe  der  Finsterniss  ist  Kälte.  Die  Worte  kräftig  und  scharf
entsenden,  ist  Vollheit.  Die  Worte  leicht  und  undeutlich  entsenden,
ist  Leere.
Wenn  der  Ton  der  Worte  undeutlich  und  schwach,  so  dass  sie
nicht  aus  der  Kehle  hervorkommen  können,  wenn  man  reden  will,
aber  nicht  im  Stande  ist,  die  Worte  hervorzubringen,  so  ist  dies  die
entrissene  Luft.
Sind  leere  Worte,  unzusammenhängendes  Reden,  wobei  das
Nahestehende  und  das  Fernstehende  nicht  unterschieden  wird,  so  ist
das  Bewusstsein  entschwunden.  Dies  alles  ist  der  Erspähung  des
Todes  vorgesetzt.

Ist  der  Verlust  des  Lautes  und  der  Stimme  bedeutend,  so  ist
innerliche  Hitze,  äusserliche  Kälte.  Währt  Brennen  und  Schmerz
lange,  so  sind  Anstrengung  und  Sprachlosigkeit  hieran  Schuld.  Bei
dem  Winde  der  Sprachlosigkeit,  wo  die  Sprache  fehlt,  mag  die
Behandlung  stattfinden,  es  ist  bei  dem  Lebenslose  schwer.  Ist  die
Stimme  durch  Singen  verloren  gegangen,  erfolgt  die  Heilung  auch
ohne  Behandlung.
(Erklärung.)  Dies  erläutert,  wie  beobachtet  wird,  dass  bei  dem
Verluste  der  Stimme  die  Krankheiten  nicht  die  nämlichen  sind.
Ist  der  Verlust  des  Lautes  und  der  Stimme  beträchtlich,  so  wird
das  innerliche  Feuer  durch  das  äusserliche  Feuer  in  den  Lungen
zurückgehalten  und  eingeschlossen.  Ist  er  nicht  beträchtlich,  sind
zugleich  Brennen  und  Schmerz  vorhanden,  die  sich  durch  viele  Tage
liinziehen,  so  wird  dies  durch  die  Anstrengungen  und  die  Sprachlosigkeit ­
  herbeigeführt.
Wenn  ein  kleines  Kind  Anfälle  von  Schlagfluss  hat  und  nicht
spricht,  wenn  ein  erwachsener  Mensch  von  Schlage  getroffen  wird
und  nicht  spricht,  so  nennt  man  beides:  den  Wind  der  Spracldosig-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.