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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Brunne  r

hätten;  deshalb  sei  es  nöthig  „in  aliquibus  causis  subtilem  adhibere
nostrae  (sc.imperialisj  auctoritatis  inquisitionempro  stabilimcnto
  et  utilitate  ejvsdem  ecclesiaeDer  Kaiser  willfahrt  dieser  Bitt  e
und  gewährt  dem  Bisthum  das  Recht  „ut  ubicumque  necesse  se  dixerit
  habere,  'pro  rebus  atque  familiis  praefatae  ecclesiae  subtilü
valde  prudentissimaque  adhibeatur  inquisitio  per  idoneos  homines
quos  ipse  aut  advocatus  ejusdem  ecclesie  nunciaverit“  i).  Bezeichnend ­
  für  den  Umstand,  dass  derartige  Verleihungen  nur  als
persönliches  Zugeständniss  des  Königs  aufzufassen  sind,  ist  die  Motivierung, ­
  mit  welcher  die  Urkunde  ahschliesst:  .  .ut  justissimo
libramine  ejus  iustitia  inquisita  S.  Antoninum  apud  dominum
mereamur  habere  intercessorem  nobisque  sempiternale  compendium
sit  in  futuro.
Das  Bisthum  Cremona  erlangte  das  Inquisitionsrecht  durch
ein  undatiertes  Diplom  Lothars  I.  ~).  Der  Bischof  bittet  „ut  per
nostram  auctoritatem  concederemus  ei,  ut  quicquit  praedicta
sedes  de  rebus  vel  mancipiis  injuste  privaverat,  per  inquisitionem
in  quibuslibet  locis  redintegrare  valeret“.  Diesem  Ansuchen  entsprechend ­
  wird  bestimmt  „ut  ubicumque  ipsa  sedes  aliquid  injuste
privatum  habet  tarn  de  rebus  quamque  et  de  mancipiis,  in  quibus
locis  inquisitio  facta  fuerit  per  bonos  et  veraces  et  nobiles  homines
ipsius  ibi  commanentes,  ubicumque  de  his  facta  fuerit  causa,  eas
adquirere  valeatauf  dass  die  Kirche  nicht  wider  Recht  verliere,
was  ihr  von  Rechtswegen  zukommt.  Die  occasio  legis  ist  hier  dieselbe ­
  wie  in  der  vorigen  Urkunde.  Das  Bisthum  ist  in  eine  Reihe
von  Processen  verwickelt  oder  sieht  doch  die  Nothwendigkeit  voraus,
seine  verletzten  Rechte  gerichtlich  geltend  zu  machen.  Da  die
Beweismittel  des  ordentlichen  Verfahrens  zu  versagen  drohen,  wendet ­
  es  sich  an  den  König  um  ein  Beweisprivilegium  zu  erlangen.
Das  Inquisitionsrecht  des  Bisthums  Bergamo  wird  durch  nicht
weniger  als  5  Urkunden  bezeugt.  Die  Reihe  eröffnet  Lothars  undatiertes ­
  Diplom  für  Bischof  Hagano  s ).  Die  Petitio  geht  gleichfalls

R  Vgl.  oben  die  Urkunde  für  Juvenalta  und  unten  die  Darstellung  des  Beweisverfahrens
  per  inquisitionem.
2 )  Muratori  Ant.  II,  975.
3 )  Lupi  Codex  dipl.  civit.  et  ecel.  Bergomatis  I,  col.  722.
            
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