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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Dr.  P  f  i  z  m  a  i  e  r

Die  fünf  Laute  verändern  sich.  Wenn  sie  sich  verändern,  so
entstehen  Krankheiten.  Bei  der  Leber  ist  das  Rufen  hastig.  Bei  dem
Herzen  ist  das  Lachen  kräftig.  Bei  der  Milz  ist  das  Singen  übermässig. ­
  Bei  den  Lungen  ist  das  Weinen  mit  verkürztem  Tone.  Bei
den  Nieren  ist  das  Seufzen  tief  und  undeutlich.  Wenn  die  Farbe
bewältigt,  ist  es  unglücklich.
(Erklärung.)  Dies  ist  die  Weise  zu  beobachten,  wie  die  Veränderung ­
  der  fünf  Töne  Krankheiten  hervorbringt.  Wenn  die  fünf
Laute  das  Richtige  verfehlen,  so  nennt  man  dies  die  Veränderung.
Wenn  sie  sich  verändern,  so  entstehen  die  Krankheiten.
Ist  es  die  Leber,  so  ist  hei  dem  Rufen  der  Ton  hastig.  Der  Ton
der  Leber  verfehlt  das  Richtige,  deswegen  weiss  man,  dass  die  Krankheit ­
  in  der  Leber  entstanden.  Ist  es  das  Herz,  so  ist  bei  dem  Lachen
der  Ton  kräftig.  Der  Ton  des  Herzens  verfehlt  das  Richtige,  deswegen ­
  weiss  man,  dass  die  Krankheit  in  dem  Herzen  entstanden.  Ist
es  die  Milz,  so  ist  bei  dem  Singen  der  Ton  übermässig.  Der  Ton  der
Milz  verfehlt  das  Richtige,  deswegen  weiss  man,  dass  die  Krankheit
in  der  Milz  entstanden.  Sind  es  die  Lungen,  so  ist  bei  dem  Weinen
der  Ton  verkürzt.  Der  Ton  der  Lungen  verfehlt  das  Richtige,  deswegen ­
  weiss  man,  dass  die  Krankheit  in  den  Lungen  entstanden.
Sind  es  die  Nieren,  so  ist  Seufzen  und  dieses  tief  und  undeutlich.
Der  Ton  der  Nieren  verfehlt  das  Richtige,  deswegen  weiss  man,
dass  die  Krankheit  in  den  Nieren  entstanden.
Wenn  die  Farbe  bewältigt,  ist  es  unglücklich.  Hinsichtlich
dieser  Worte  werde  bemerkt:  Gesetzt,  bei  einer  Krankheit  der  Leber
ist  das  Rufen  hastig  und  man  findet  die  gegenseitig  bewältigende
weisse  Farbe,  so  ist  dies  dem  Unglücklichen  vorgesetzt.  Bei  den
übrigen  Eingeweiden  richtet  man  sich  nach  diesem  Beispiele.

Wo  gern  gesprochen  wird,  ist  Hitze.  Wo  lässig  gesprochen
wird,  ist  Kälte.  Wo  die  Sprache  kräftig,  ist  Vollheit.  Wo  die  Sprache
leicht,  ist  Leere.  Ist  die  Sprache  undeutlich,  ist  es  schwer,  etwas  hervorzubringen, ­
  so  lässt  sich  erkennen,  dass  die  Luft  entrissen  ist.  AVo
Irrereden  ohne  Zusammenhang,  ist  das  Bewusstsein  schon  verloren
gegangen.
            
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