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Brunner
und dann die bischöflichen Kirchen behandelt, bei welchen (mindestens
bis in die Mitte des neunten Jahrhunderts) weder das eine noch
das andere statthaft war i).
Das italienische Kloster F a r f a , welches in königlichem
Schutze stand, Hess sich von Ludwig dem Frommen ein Privileg ausstellen,
welches folgendes Mandat enthält 3 ). „TJbicumque contentio de
rebus ad ipsum monasterium pertinentibus e.vorta fuerit, vos qui
judiciariam potestatem habetis, sic illam inquiratis sicuti nostram
regiäm et imperialem causam inquirer e deberetis et lwc semper
per meliores et veracissimos qui in illis vicinioribus locis fuerunt,
investigetur et ubicumqueper bonorumhominivm testhnonium rei
veritas inventa fuerit neque hoc ulla difficultas impedit, statim
monasterii pars recipiat justitiam suam et ea tantum differantur
quae • • ■ diffiniri non possuntDie Gerichte sollen in der Regel
unmittelbar auf Grund der von ihnen vorgenommenen Untersuchung
das Urtheil fällen und vollstrecken, also ohne^erst eine definitiva
sententia von Hof einzuholen. Letzteres soll nur ausnahmsweise geschehen
und diese Ausnahme hängt vermuthlich zusammen mit dem
Reclamationsrechte, welches dem Kloster Vorbehalten bleibt und noch
von Ludwig II. ausdrücklich bestätigt wird 3 ). Ein Diplom Karl’s des
Kahlen von 875, welches dem Abte von Farfa die Rechte seines Klosters
bestätigt*), führt auch das Inquisitionsrecht und zwar in folgender
Fassung an: „Si de qualibet causa a parte ipsius monasterii
orta fuerit intentio, non per viles personas scd per nobiliores
homines et veraciores sicuti ad partem nostram rei veritas
inquir atur.“
Das Kloster Vincenzo di Volturno muss von Ludwig dem
Frommen und dessen Enkel Ludwig II. Inquisitionsprivilegien erworben
haben. Denn in einem Placitum von 854 5 ) verlangen Probst und Vogt
*) Conf. Sickel, Beiträge III, 70.
2 ) Die wesentlichsten Stellen gibt der Text des Chronicon Farfense bei Muratori II b ,
378. Zur Controlle dient Waitz V. G. IV, 337, N. 2, dem diese ungedruckte Urkunde
im Apparate der Mon. Germ, zu Gebote stand.
3 ) Conf. Sickel a. a. 0. 89. M u r- 1. c. 400. „si. .. nostram reclamaverint praesentiam,
comes noster et missi nostri.. . faciant ambas partes in nostram praesentiam
guadiare u .
*) Muratori SS. II b , 40 3. Böhmer 1788.
5 ) Murat. SS. l b , 398. Das Kloster ist mehrmals von den Arabern verbrannt
worden. Vgl. Böhmer 313, Mur. 1. c. 371 und Böhmer 661, M u r. 1. c. 393.