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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Erklärung*  einer  alten  chinesischen  Semiotik.

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Diese  fünf  Dinge  helfen  gegenseitig,  deswegen  ist  man  im
Stande  die  fünf  Töne  hervorzubringen  und  sie  in  der  Nähe  und  Ferne
zu  verbreiten  und  durchdringen  zu  lassen.
Was  die  Kehle  betrifft,  so  bat  sie  eine  Weite  und  eine  Enge.
Bei  der  Weite  ist  die  Stimme  gross,  bei  der  Enge  ist  die  Stimme
klein.  Die  Zunge  hat  Spitzigkeit  und  Stumpfheit.  Bei  der  Spitzigkeit
ist  die  Stimme  wahrnehmbar,  bei  der  Stumpfheit  ist  sie  unecht.  Die
Stimmritze  hat  eine  Dicke  und  Dünne.  Bei  der  Dicke  ist  die  Stimme
dumpf,  bei  der  Dünne  ist  die  Stimme  rein.  Die  Lippen  haben  ebenfalls ­
  Dicke  und  Dünne.  Bei  der  Dicke  ist  die  Stimme  schwerfällig,
bei  der  Dünne  ist  die  Stimme  rasch.  Bei  den  Zähnen  kommt  es  vor,
dass  sie  weit  auseinander  stehen  oder  eng  beisammen  stehen.  Wenn
sie  weit  auseinander  stehen,  ist  die  Stimme  zerstreut.  Wenn  sie  eng
beisammen  stehen,  ist  die  Stimme  gesammelt.
Diese  fünf  Dinge  sind  die  Stimme  und  die  Töne  im  gesunden
Zustande,  und  bei  ihnen  sind  die  Art  und  das  Mass  der  Gestalt  nicht
die  nämlichen.  Wenn  man  es  hiernach  anordnet,  so  sollen  die  Begründung ­
  in  der  Kehle,  in  der  Stimmritze,  in  der  Zunge,  in  den
Zähnen  und  in  den  Lippen  unterschieden  werden.

Wird  er  hervorgesendet,  während  die  Zunge  in  der  Mitte  sich
befindet,  so  ist  der  Ton  der  Kehle  das  richtige  Kung.  Dieses  ist
äusserst  lang,  tief,  dumpf,  dabei  versunken,  dick,  männlich  und  gross.
Öffnet  man  den  Mund,  dehnt  das  Zahnfleisch,  so  wird  durch  den
Mund  als  Ton  das  Schang  hervorgebracht.  Dieses  ist  zunächst  lang,
tief,  dumpf,  dabei  von  einem  Metallklang,  munter  und  rein.
Wenn  man  den  Mund  zusammenfasst,  so  ist  der  Ton  von  den
Lippen  äusserst  kurz,  hoch,  rein,  dabei  weieh,  fein,  durchdringend,
scharf,  und  man  hat  den  Laut  Yii.
Wenn  man  die  Zunge  niederdrückt,  so  ist  der  Ton  von  den
Zähnen  zunächst  kurz,  hoch,  rein,  dabei  gedrückt,  ausgedehnt,
singend,  überschreitend,  und  der  Laut  Tsehiug  tritt  zuerst  in  Verkehr.
Kiö  ist  der  Ton,  bei  dem  man  die  Zunge  zusammenzieht.  Er  hat
Abzweigung,  Fülle,  ist  ein  richtiger  und  mittlerer.  Er  ist  lang,  kurz,
hoch,  niedrig,  dabei  rein,  dumpf,  übereinstimmend,  sanft.
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