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ante clucem de qualecumque causa, quod iam manifestum est
tribus vel quatuor testibus, aut de homicidio aut de furto aut de
aliquo neglectu, quod Uli testantur qui boni testimonii sunt in
plebe .... cognuscat hoc iudex. Tune licenciam ille homo (mallutusj
■ . de causa illa potestatem iurandi non liabeat sed. . . persoloat“.
Vordem Herzog und nur vor diesem soll Überführungin Criminalsaelien
zulässig sein, und zwar durch Zeugen, deren Aussage der Judex
prüft um auf Grund derselben zu entscheiden. L. AI. Hloth. XLIV, I :
„Si quis Uber liberum crimen aliquod, quod mortale, inposuerit et
ad regem aut ad ducem eum accusaverit et exinde probate res
non est, nisi quod ipse dicit, liceat ilhun alium cui crimen inposuit
cum tracta spada exoniare se contra illum alium“. XLIV, 2 :„deminoribus
autem culpis sicut duci placet ita fiet inter cos“. Lagen
genügende Zeugenaussagen nicht vor, so war das Verfahren am
Königs- und Herzogsgerichte insofern ein ausserordentliches, als der
Zweikampf von der Wahl des Beklagten und nicht blos von der
Herausforderung des Klägers abhing '). Bei Sachen, die nicht an
den Hals giengen, stand es dem Herzog (nicht etwa dem Judex und
den übrigen Urtheilfindern) frei, im einzelnen Falle das Beweismittel
zu bestimmen.
Dass in späterer Zeit das Beweisverfahren im Königsgerichte und
im Gaugerichte sich zweiten, tritt deutlich hervor in einer Urkunde
angeblich Karl's des Dicken für Parma a. 880, Böhmer 911 ~). Die
gegen die Echtheit des Diplomes erhobenen Bedenken scheinen mir
eine Verwerthung folgender Stelle für unsern Gegenstand nicht
auszuschliessen 3 ). „Liceat episcopo quiete einere; si acculerit de
praedictis rebus et familiis sine pugna legaliter non posse definire.
. . concedimus ejusdem episcopi misso vel vicedomino nt sit
noster misstis et liabeat potestatem deliberandi et definiendi atque
adjudicandi tamquam nostri comes palatii“. Wenn ein Process sich
0 Der regelmässige Gang war der, dass der Beklagte sieh zu vollem Eide erbietet,
welchen der Kläger durch kampflichen Gruss verlegt.
2) Ughelli II, 148.
3 ) Böhmer, Dü in ml er Gesell, des ostfränkischen Reichs II, 111, N. 7ö, Hegel ital.
Städteverf. II, 71 u. a. erklären die Urkunde für unecht. Der ausgeschriebene
Passus findet sich wieder in Ottonischen Urkunden für Parma Ughelli II, lö7,
a. 962; II, 161, a. 979. Die Fälschung müsste also jedenfalls vor dieser Zeit stattgefunden
haben.