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wiederreehtliehes ist, soll gerichtlicher Zwang dem Arimannen zu
seinem Rechte verhelfen. Jener hat sich dem „judex“ zu stellen und
dieser den Rechtstreit zu. entscheiden Qudix cmittat judicatum
suum). Allein „si postea ei (gasindioni) apparuit, quod legibus
non judicnsset, ven(i)at cum ipso judicatb in presentia noslra“.
6. Um des Zusammenhangs willen gestatte ich mir die Grenze
der vorkarolingischen Periode zu überschreiten und noch eine Stelle
aus einem Capitular Lothars (§. 2, C. Loth. S2 2 / 3 Bor. 134, P. 233,
•§•. 13) zu erörtern, welche, wenn auch theilweise in allgemeinen
Ausdrücken gefasst, einen processualen Vorrang der königlichen
Vasallen statuiert. „Bis . . qui se nobis commendaverunt aut in
futurum corhmendaverint, volumus specialiter hoc honoris privilegium
concedere prae ceteris liberis ut in quocumque loco
venerint sive ad placitum vel ubicumque, omni lionore digni habeantur
et caeteris anteponantur. Et quidquid ad querendum
habuerint absque Ulla dilationeiustitiam suam accipere mereantur“.
AVer gegen den Vasallen eines solchen zu klagen hat, wende sich zuerst
an den Senior, erst nenn dieser das Recht verweigert, tritt der
Zwang der ordentlichen Gerichte ein.
7. Wenn nach den Capitularien die Geistlichen befreit sind von
der gerichtlichen Eidespflicht, so erscheint dies bereits als ein allgemeines
Standesvorrecht, das auf canonischer Satzung beruht.
Allein der Ausgangspunct dieses A'orrechtes dünkt mir ein anderer
zu sein. Die Entwicklung desselben nahm wenigstens in Italien einen
ähnlichen AA r eg, wie sonst vielfach die der kirchlichen Standesprivilegien.
Was später allgemeines Recht geworden, war ursprünglich
Ausfluss des königlichen Mundiums. Aistulf 19 bestimmt, dass
Abte von Klöstern, die unter Königsschutz stehen, (ad defensionem
sacri palatii esse noscuntnrj von einem judex beklagt, eidespflichtig
seien. Sonst aber sollen sie den Langobarden gegenüber keinen
körperlichen Eid leisten, sondern es sollen nur die Eideshelfer in
Gegenwart des Abtes ') schwören. Auf diese Bestimmung bezieht
sich noch eine Urkunde angeblich Ludwig des Frommen für Vincenzo
di Volturno von 819 a ): „et nullus audeat abbates vel monaclios
0 So verstehe ich das „antcponutur ipse abas solusiin Hinblick auf §. f, i. f.
Cap. Karoli M. Lang. Mant. mundan. a. 787. P. 110, c. 12; cf. B oretius 118,
Ä ) Böhmer 313, Muratori SS. l b , 371.