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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

B  r  11  n  n  e  r

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(Jena  Gaugericlite  oder  vor  dem  Königsgerichte  statthaben  soll  und
zweitens  oh  die  Bestellung  des  Vertreters  sich  nur  auf  einen  bestimmten ­
  Process  oder  als  Generalvollmacht  auf  alle  Rechtsangelegenheiten
des  Vertretenen  bezieht.  Für  die  Vertretung  vor  dem  Königsgerichte
können  wir  die  Nothwendigkeit  königlicher  Ermächtigung  unbedenklich ­
  annehmen.  „Eine  Übertragung  der  Vertretung  in  allen  Rechtsangelegenheiten ­
  an  einen  anderen  ..  .  bedurfte“  —  nach  fränkischem
Rechte  -—  „wie  es  scheint,  der  königlichen  Einwilligung“.  So  äussert
sich  über  diese  Frage  Roth,  Beneficialwesen  161,  dem  ich  hierin
vollkommen  beipflichte.  Die  von  ihm  angeführte  Stelle,  Marculf  I,  21,
macht  seine  Annahme  mehr  als  wahrscheinlich.  „Fidelis  noster  Ule
.  .  suggessit  iiobis  eo  quod  propter  simplicitatem  suam  causa»
saas  minime  possit  prosequere  vel  admallare.  .  .petiit  vt  Muster
vir  Ule  omnes  causas  suas  in  vice  ipsius  tarn  in  pago  quam  in  palatio
  nostro  admallgndum  prosequendumque  recipere  deberet,
quod  in  praesenti  per  fistucam  eas  eidem  visus  est  commendasse.
Propterea  iubemus,  ut  dum  taliter  utrisque  decrevit  voluntas  memoratiis
  ille  vir  omnes  causas  lui  ubicunque  prosequere  vel  admallare ­
  deberet,  ut  unieuique  pro  ipso  vel  hominibus  suis  ...et
directum  faciat  et  ab  aliis  simili  modo  veritatem  accipiat“.  Das
praeceptum  regis  musste,  wie  aus  der  Motivierung  der  Bitte  hervorzugehen ­
  scheint,  die  im  Königsgerichte  vorgenommene  commendatio
ergänzen.  Auf  königliche  Ermächtigung  weisen  auch  Stellen  wie
Pardessus  N.431:  „ordenante  illustri  viro  Nordeherctho,  qui  causas
ipsius  orfanolo  (Ingramio)  per  nostro  verbo  et  praecepto  videtur
habire  receptas“  .  .  .  Pardessus  1.  c.:  „nec  venisset  ad  placitum  .  .
ipso  mundeborone  suo  (Amalberti)  .  .  .  Ermechario,  quem  per
ipsas  (regias)  precepcionis  liabuit  achramitum“.
4.  Die  Lex  Salica  stellt  in  Titel  XCVI,  der  die  Überschrift
trägt  de  antrustione  ghamalta  (admallalo),  für  die  Gefolgsleute
des  Königs  ein  eigenes  Gerichtsverfahren  auf  Ein  Antrustio  darf
den  andern  nicht  mannieren,  er  muss  ihn  in  Gegenwart  von  Zeugen
ersuchen  (rogarej  dass  er  sich  vor  Gericht  stelle.  Er  kann  ihn
rogieren,  wo  er  ihn  findet,  während  die  mannitio  stets  in  der  Behausung ­
  des  Beklagten  stattfinden  muss.  Ein  Antrustio  darf  hei  Busse  von

<)  Vgl.  Walter  R.  G.  §.  672.
            
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