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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Erklärung 1  einer  alten  chinesischen  Semiolik.

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Bei  verschlossenen  Augen  ist  eine  Krankheit  des  Urstoffes  der
Finsterniss.  Bei  geöffneten  Augen  ist  die  Krankheit  von  dem  Urstoffe
des  Lichts.  Bei  Trübung  ist  Vollkommenheit  der  Hitze.  Eine  Zeitlang ­
  verdunkelt,  ist  bei  Nasenbluten  gewöhnlich.  Ist  der  Urstoff  des
Lichts  zerrissen,  wird  das  Auge  hoch  getragen.  Ist  der  Urstoff  der
Finsterniss  entzogen,  so  ist  das  Auge  ohne  Sehkraft.  Ist  die  Luft  entzogen ­
  ,  so  sinken  die  Augenlieder.  Ist  der  Augapfel  starr,  so  ist  der
Geist  entschwunden.
(Erklärung.)  Dies  ist  die  Weise,  nach  den  Augen  die  Urstoffe
der  Finsterniss  und  des  Lichts  ,  Leben  und  Tod  zu  beobachten.
Wenn  der  Kranke  die  Augen  geschlossen  hat,  so  ist  die  Krankheit ­
  in  dem  Urstoffe  der  Finsterniss.  Hat  er  die  Augen  geöffnet,  so
ist  die  Krankheit  in  dem  Urstoffe  des  Lichts.
Trübung  ist  Dunkelheit  und  Mangel  an  Lebhaftigkeit,  wobei  die
Augen  sich  nicht  öffnen.  In  diesem  Falle  ist  die  Hitze  vollkommen
und  beschädigt  den  Geist.
Hinblicken  und  eine  Zeitlang  Dunkelheit  haben,  wobei  die  Augen
nicht  geöffnet  werden,  ist  die  gewöhnliche  Erspähung  des  Nasenblutens. ­

Wenn  das  Auge  gerade  nach  oben  blickt,  so  nennt  man  dies:
das  Auge  hoch  tragen.  Es  ist  dies  die  Erspähung,  dass  der  Urstoff
des  Lichtes  zerrissen  ist.  Hinblicken  und  nichts  sehen,  nennt  man:
das  Auge  ohne  Sehkraft.  Es  ist  die  Erspähung,  dass  der  Urstoff  der
Finsterniss  entzogen  ist.
Wenn  die  Augenlieder  plötzlich  sinken,  so  ist  dies  die  Erspähung,
dass  die  Luft  entzogen  ist.  Wenn  der  Augapfel  sich  festsetzt  und
sich  nicht  dreht,  so  ist  dies  die  Erspähung,  dass  der  Geist  verloren
gegangen  ist.

Nachdem  man  die  tiint  Farben  untersucht,  soll  man  sich  über
die  fünf  Töne  Aufklärung  verschaffen.  Die  Stimme  ist  der  Ursprung
der  Töne.  Die  Töne  entstehen  aus  der  Stimme.  Wenn  der  Überrest
der  Stimme  wiederhallt,  so  belegt  man  dies  mit  dem  Namen  der  Töne.
Kio,  Tsching,  Kung,  Schang  und  Yii  sind  die  fünf  Töne.
(Erklärung.)  Dies  erläutert,  dass  die  fünf  Töne  die  richtige  Luft
des  Himmels  und  der  Erde,  die  mittlere  Stimme  des  Menschen  sind.
Zuerst  gibt  es  die  Stimme,  dann  erst  gibt  es  die  Töne.  Deswegen
Sitzb.  il.  pbil.-hisT.  CI.  LT.  Bd.  I.  Uft.  3
            
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