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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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B  r  u  n  n  e  r

.  .  testimoniaverunt  et  iuratiperportaverunt:  Perard  S.  14.—  Isti
unanimiter  testimoniaverunt  quod  ..  .  plus  est  drictus  ad  ancilla
essere  ..  .  quam  ingenua.  Tune  super  illas  sanctas  reliquias  perfecerunt,quod
  veri  festes  exinde  erant:  Perard  N.  17.  —  Testificaverunt
  XIII  Franci...  atque  juraverunt  in  altare  sancti  Petri  quod
sic  esset  verum  et  judicaverunt  scavini  quod  digni  erant  supradicti
viri  ad  testificandum  et  ad  jurandum:  De  Courson,  Cartulaire  de
Redou  S.  34,  N.  124,  a.  d.  J.  832—840.
Die  zwei  zuletzt  angeführten  Stellen  legen  den  Gedanken  nahe,
dass  die  Eidesformel  nach  Analogie  des  langobardischen  Verfahrens
nur  eine  Wahrheitsversicherung  mit  Beziehung  auf  die  im  Verhör
gemachten  Aussagen  enthalte.  Allein  abgesehen  von  Roziere  472,
Perard  N.  19,  Kindlinger  217,  mit  deren  stilistischer  Fassung
sich  diese  Annahme  nicht  wohl  verträgt,  liefern  folgende  Eidesformulare ­
  den  bestimmten  Beweis  des.  Gegentheils.  U/ule  Fredilus  Adelardo
  malavit,  quod  servus  .  .  .  essere  debuisset.  .  .  (ut)  dricto  plus
debet  esse  servus  ....  quam  ingenuus  et  sicut  in  is  tum  iudicium
insertum  est,  nos  veri  festes  sumus  et  verum  testimonium  exinde
portamus,  sic  nos  deus  adiutor  sit  et  iste  sanctus:  Perard  N.  10.  —
Jurati  dixerunt  quod  (:)  nos  vidimus  .  .  .  Madaleno  servire
ad  servo  .  .  .  sic  deus  noster  adiutor  sit  et  niste  sentientes  jios  veri
festes  sumus  et  verum  testimonium  perportumus:  Perard  N.  19.
Der  Zeugeneid  hat  somit  seinen  alten  Charakter  behalten  ohne  durch
das  nunmehr  vorausgehende  Verhör  beeinflusst  worden  zu  sein.  Die
Beweissätze  des  Urtheils  sind  zugleich  die  Eidessätze.  Nachdem  die
Zeugen  dieselben  wiederholt  haben,  erklären  sie  zum  Schluss  unter
Anrufung  der  Gottheit:  exinde  veri  festes  sumus  et  verum  testimonium ­
  perportumus.  Die  Wahrheitsversicherung  wird  im  Präsens
gegeben,  während  die  blosse  firmatio  sich  auf  das  Zeugniss  als  ein
bereits  früher  abgelegtes  bezieht.  (Sicut  testimonium  reddidimus,
fuit  veritas).  Aus  dem  Streben  nach  Kürze  des  Ausdrucks  erklärt
es  sich  zur  Genüge,  dass  einzelne  Urkunden  die  Aufnahme  der  Beweissätze ­
  in  den  Zeugeneid  mit  Stillschweigen  übergehen.
Das  den  Rechtstreit  entscheidende  Urtheil  wurde,  wie  wir
gesehen,  vor  Beginn  des  Zeugenverfahrens  gefällt.  Doch  war  es  bei
den  Franken  Sitte  geworden  sich  vom  Gerichte  nach  Führung  des  Beweises ­
  ein  declaratorisches  Urtheil  über  den  Ausgang  des  Beweisverfahrens ­
  geben  zu  lassen,  welches  zwar  nicht  nothwendig  aber  behufs
            
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