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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Erklärung  einer  alten  chinesischen  Semiotik.

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Sieht  man  die  gelbe  Farbe,  so  bewältigt  die  Krankheit  die  Farbe
und  eine  solche  Krankheit  nimmt  nicht  überhand.  Es  ist  die  RegeL
mässigkeit  in  dem  Unglücklichen.  Sieht  man  die  weisse  Farbe,  so
bewältigt  die  Farbe  die  Krankheit  und  eine  solche  Krankheit  ist  bedeutend. ­
  Es  ist  die  Unregelmässigkeit  in  dem  Unglücklichen.
Die  Worte:  „Einander  bewältigen,  ist  unregelmässig  und  unglücklich-, ­
  haben  die  Bedeutung:  Einander  bewältigen  ist  unglücklich.
Wenn  die  Regelmässigkeit  in  dem  Unglücklichen,  so  lässt  sich  noch
immer  etwas  tliun.  Wenn  die  Unregelmässigkeit  in  dem  Unglücklichen ­
  ,  so  ist  dies  gewiss  unglücklich.
Die  Worte:  „Einander  hervorbringen,  ist  regelmässig  und  glücklich“ ­
  haben  die  Bedeutung:  Einander  hervorbringen,  ist  glücklich.
Wenn  der  Sohn  die  Mutter  übertrifft,  so  ist  dies  eine  kleine  Unregelmässigkeit ­
  in  dem  Glücklichen.  Wenn  die  Mutter  den  Sohn  übertrifft,
so  ist  dies  eine  grosse  Regelmässigkeit  in  dem  Glücklichen.
Bei  den  übrigen  vier  Eingeweiden  richtet  sich  alles  nach  diesem
Beispiele.

Die  Farben  entstehen  in  den  Eingeweiden.  Eine  jede  hat  den
Befehl  in  ihrer  Abtheilung.  Der  Geist  in  dem  Herzen  versteckt.  Seine
äussere  Erspähung  ist  in  dem  Auge.  Wenn  der  Glanz  dunkel,  ist  der
Geist  kurz.  Ist  er  lebhaft,  so  ist  der  Geist  zureichend.  Geht  das  Einzelne ­
  verloren,  so  ist  eine  langwierige  Krankheit.  Geht  das  Doppelte
verloren,  so  erfolgt  der  Tod.
(Erklärung.)  Dies  ist  die  Weise,  nach  der  Übereinstimmung  der
Farben  mit  dem  Geiste  der  zwei  Augen  Leben  und  Tod  bei  Krankheiten ­
  zu  beobachten.
Die  fünf  Farben  entstehen  in  den  fünf  Eingeweiden.  Eine  jede
von  ihnen  gibt  Befehle  in  ihrer  Abtheilung  und  erscheint  'in  dem
Angesicht.  Der  Geist  ist  in  dem  Herzen  verborgen.  Er  lässt  sich  zwar
nicht  erkennen,  aber  seine  äussere  Ausspähung  befindet  sich  in  dem
Auge.  Sieht  man,  dass  der  Glanz  des  Auges  verdunkelt  ist,  so  ist  dies
die  Erspähung,  dass  der  Geist  kurz  und  die  Krankheit  tödtlich  ist.
Ist  der  Augapfel  rein,  glänzend,  lebhaft  und  von  hervorstechendem
Lichte,  so  ist  dies  die  Erspähung,  dass  der  Geist  zureichend  und  dass
keine  Krankheit  vorhanden  ist.
            
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