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Brunner
auf die Schoflen sehr wohl aufrechthalten, da ja diese (namentlich
in Italien) an derselben thätigen Antheil nahmen. Veritatem dicere
liesse sich enger gefasst durch das Dingzeugniss erklären, welches
in dieser Zeit bereits von den Schöffen gegeben wurde. Welche von
diesen Auslegungen die richtige ist, will ich nicht entscheiden; für
meine Zwecke reicht es hin, dass Auslegungen nöthig sind, nach
welchen §. 3 cit. u. a. eine Aufzählung von Schöffenpflichten enthält,
die bei einer Bestimmung über die Wahl der Schöffen nahe genug
liegen mochte t).
Bien er führt schliesslich L. Lang. Karoli 67 und L. Lang.
Loth. 67 zur Begründung seiner Ansicht an. Beide Gesetze beziehen
sich nur auf Italien, wären also schlimmsten Falles für die übrigen
Reichstheile nicht massgebend. Die erste der beiden Stellen §. 12,
Cap. Lang. Pipp. 801—810, P. 104 scheint allerdings für die
richterliche Bestimmung der Zeugen Anhaltspuncte zu bieten. „ Jubemus
ut comites et eorurn iudices non dimittant festes habentes
mala fama testimonium perhibere, sed tales eligantur, qui testimoniam
bonum habeant inter suos pagenses. Et primum per ipsos
iudices inquirantur et sicut ab Ulis ~) rectius inquirere potuerint,
itafaciant non voluntas malorum hominum assensum praebentes u .
Bis liieher ist die Stelle ohne Bedenken auf das Zeugenverhör im
ordentlichen Zeugenverfahren zu beziehen. Dass der Graf die Zeugen
zu wählen habe, wird nicht gesagt. „Eliganhir“ braucht in einem
Capitular, welches die Überschrift trägt „qualiter domnus rex ad
t) Die streitige Stelle ist nur eine neue Einsehärfung eines in den Capitularien öfter
ausgesprochenen Grundsatzes. So sagt z. ß. §. 11, Cap. Aq. a. 809, P. I06: „ut
iudices...centenarii, scabini, quales meliores inveniri possunt et deum timentes constituantur
ad saa ministeria exercenda cum comite et popiilo, elegantur mansueti et
boniDass in das Capitular von 829 jene Bestimmungen über die Schöffenwahl aufgenommen
wurden, dürfte in einem Passus der exortatio episcoporum ad dominum
Ludovicum P. 332 ff. seinen Grund haben, wie denn überhaupt ein Zusammenhang
zwischen dieser und dem Wormser Capit. unverkennbar ist. P. 347, §. 4 citieren
die Bischöfe dem Kaiser u. a. die Stelle aus dem exodus. „Elige viros potentes et
timentes deum, in quibus sit veritas et qui oderint avaritiam et constitue ex eis tribunos
et centuriones et quinquagenarios, qui iudicent populum omni tempore. . .
„in libro Paralipome non'"' . . . „„non hominis exercetis iuditium sed domini et
quodcumque iudicaveritis in vos redundabit . . . non enim est apud deum . . . iniquitas
nec personarum acceptio nec cupido mu nerum. uli
2 ) Sinnwidrig ist die Variante „alii.s u f die Pertz in den Text aufgenommen hat.