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Reisebericht über die Forschungen nach Weisthümern etc. 341
Übei' die in Tirol stattfindenden Bemühungen geben mehrere
Briefe des Prof. Zingerle an den Referenten Auskunft. Unterm
IG. Oct. schreibt derselbe, dass er während seines Aufenthaltes in
Meran mit Beamten, Geistlichen und Gemeindevorstehern der dortigen
Umgehung sich in Verbindung gesetzt und Folgendes erfahren habe.
Im Dorfe St. Martin in Passeier liege noch das alte Dorfrecht; auch
in Naturns und Schlanders (s. oben S. 334.) seien solche noch vorhanden.
Am meisten Ausbeute versprächen das Pusterthal und die
höher gelegenen Berggegenden des Eisaktlmls, namentlich die Dörfer
zwischen Botzen und Salem, zwischen Botzen und Brixen, insbesondere
auf dem Mittelgebirge; von dem Dorfe Lüsen sei es gewiss,
dass es ein Statut einst hatte i). Eine Durchforschung des Wippthals
(Matrei, Steinach, Stubai) werde gleichfalls nicht ohne Erfolg sein.
Ferner scheinen auch Almrechte zahlreich vorhanden. Das vom Dorfe
Tirol sei dem Schreiber zugesichert, und eine Abschrift des ersten
Dorfbüchels vonPartschins vom J. 1371 (s. oben S. 336.) habe er bereits
erhalten.
In einem Briefe vom darauffolgenden Tage macht er die Anzeige,
dass Prof. Durig im Ferdinandeum noch weitere Weisthümer
gefunden habe, und zwar 1. Statuten für das Gericht Wangen vom
J. 1339 (s. oben S. 333.); 2. Statuten für das Gericht Ritten, diese
verschieden von den oben S. 333 verzeichneten gemeinsamen für
Mölten, Sarnthäl, Vilianders und Ritten, die nun auch auf dem Ferdinandeum
zum Vorschein gekommen sind. Ferner fand Prof. Durig
Weisthümer für Freistiftgüter,Herr D. Schönherr zwei Statuten für
Wälschtirol im Regierungsarchiv, wo er auch deutsche zu treffen
hofft. P. Justinian Ladurner zeigt an, dass er in seinen Sammlungen
noch gefunden habe: 1. Gemeindefreiheiten von Schenna aus dem
14. Jahrh., bestätigt 1423 von Herzog Friedrich; 2. Pass eier Freiheiten
vom J. 1394/95, wovon die oben S. 334 verzeichneten nur
weitere Ausführung sind; 3. Entwurf der Bürger von Lienz ihrer
Freiheiten, aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrh.
t U Dass sich die Ehaft von Lüsen im Besitz der dortigen Gemeinde wirklich befinclet,
berichtete am 7. März 1864 das k. k. Bezirksamt Brixen. Weisthümer der
ehemaligen Gerichte Salem und Pfeffersberg besitzt, der nämlichen Anzeige
zufolge, der k. k. Conversator Herr Georg Tinkhauser in Brixen, die derselbe,
trotz anderwärts gemachter „unliebsamer Erfahrungen“ der Commission gewiss
nicht vorenthalten wird.
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