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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Reisebericht  über  die  Forschungen  nach  Weisthümern  etc.

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Zeit  nicht;  aber  da  sich  ihm  aus  dem  bisherigen  Befunde  die  Überzeugung ­
  aufgedrängt  hatte,  dass  in  Tirol,  im  Gegensatz  zu  Salzburg,
fast  jede  selbständige  Gemeinde  einst  ihr  besonderes  Dorfrecht  müsse
besessen  haben,  wollte  er  das  Land  nicht  verlassen,  ohne  wenigstens
einen  Versuch  gemacht  zu  haben,  oh  dem  wirklich  so  sei.  Mit  einem
Empfehlungsschreiben  des  Herrn  Landeshauptmanns  an  die  Stadt-,
Markt-  und  Gemeinde-Vorsteher  versehen,  machte  er  sich  auf  den
Weg,  und  besuchte  zuerst  den  Markt
1.  Imst,  wo  einer  Mittheilung  des  frühem  Bürgermeisters
J.  J.  Posch  zufolge  sich  eine  Ehaft  in  zwei  Bänden  befinden
sollte.  Vom  jetzigen  Bürgermeister,  zugleich  Posthalter,  Herrn  Stubmayer,
  auf's  zuvorkommendste  aufgenommen,  überzeugte  sich
Beferent  jedoch  sogleich,  dass,  wie  zu  vermuthen  war,  diese
Bände  keine  Ehaft,  sondern  nur  Bestätigungen  fürstlicher  Privilegien
enthielten.  Es  sind  übrigens  nicht  zwei,  sondern  drei  Bände,  Pergament, ­
  im  grössten  Folioformat,  mit  den  amtlichen  Confirmationen
sämmtlicher  Landesfürsten  vom  Grafen  Meinhart  von  Gürz  an,  der  im
J.  1282  Imst  die  Marktgerechtigkeit  verliehen,  bis  auf  Kaiser  Leopold,
Karl  VI.  und  Maria  Theresia.  Dagegen  fand  sich  im  Magistratsarchiv
die  wirkliche  Ehaft  in  nicht  weniger  als  vier  Abschriften.
а)  Papier  vom  4.  Jan.  1623,  vidimiert  von  Elias  Gfässer,  Pflegsverwalter ­
  alda,  24  Blätter  in  4°.
Umschlag:
„Abschrift  dern  im  untern  markt  Ordnung  und  gemainen  ehaft.
Bl.  2 a :
„Erstlich  ist  fürgenomen,  wie  man  die  alben  etzen  soll.
Item  es  soll  kainer  mer  vich  in  die  alben  schlacken  dann  einer
in  sein  haus  bedarf,  es  sei  dann  ungevärlich  umb  ain  joch  oder  zwo,
da  mit  ainer  sein  ziins  dester  besser  mig  geben  und  umb  den  benanten
  lohn  ausserhalb  der  mal  den.“  etc.
б)  Papier,  17.  Jahrh.,  33  Blätter  in  4°.
Bl.  1“:
„Abschrift  der  Imhsterisclien  Ehaft.“
Stimmt  genau  mit  «).
c)  Papier,  vom  19.  Febr.  1682,  13  Blätter  in  Fol.
Bl.  1 a :
„Verneuerung  der  gemainen  Ehehaft  des  untern  markts  Ymbst,
welliche  durch  herrn  Burgermaister  Paul  Holer,  im  heisein  hen
            
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