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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Pfeiffer

das  Haus-  Hof-,  und  Staats-Archiv  nach  Wien,  zumTheil  nach  München
gewandert,  vieles  mag  auch  nach  andern  Seiten  hin  zerstreut  und
verschleudert  sein.  Auch  von  den  Akten  sind  nur  mehr  die  von  1300
an  darin  enthalten.  Gleichwohl  füllt  das  Zurückgehliebene  noch  eine
stattliche  Reihe  von  Zimmern  und  Sälen,  und  ist  für  salzhurgische
Geschichte  vom  16.  Jahrh.  an,  namentlich  für  Sitten-  und  Culturgeschichte,
  eine  unerschöpfliche,  kaum  noch  angebrochene  Fundgrube. ­
  Leider  ist  die  Benutzung  derselben  sehr  erschwert,  indem
seit  geraumer  Zeit  kein  Registrator  mehr  da  ist,  der  Auskunft  geben
könnte  und  für  Aufrechthaltung  der  Ordnung  sorgte.  Wenn  etwas
geeignet  war,  diesen  Mangel  minder  empfindlich  zu  machen,  so  war  es
die  unermüdliche  Gefälligkeit,  womit  der  dermalige  Registrand  bei  der
Statthalterei,  Herr  Karl  Stölir,  obwohl  mit  anderen  Arbeiten
vollauf  beschäftigt,  den  Referenten  bei  seinen  Forschungen  unterstützte. ­

Eine  besondere  Abtheilung  der  Centralregistratur  bildet  das
alte  Hofkammer-Archiv.  Dasselbe  ist  nach  den  ehmaligen  Pfleggerichten ­
  geordnet,  über  deren  jedes  ein  eigenes  Repertorium  besteht,
das  leider  nur  chronologisch,  nicht  auch  nach  Materien  eingerichtet
ist,  was  das  Nachschlagen  und  Suchen  sehr  mühsam  und  zeitraubend
macht.  Dasselbe  zeigte  sich  auch  erfolglos,  da  die  hier  befindlichen
drei  Taidinge  von  Lungau,  Wartenfels  und  Werfen  von  der  Landesregierung ­
  bereits  ausgehoben  und  der  Commission  mitgetheilt  waren.
Eine  weitere  Abtheilung  bilden  die  Urbarien  über  die  einzelnen
Pfleggerichte,  von  denen  gegen  200  meist  aus  späterer  Zeit,  d.  h.  vom
16.  Jahrh.  an,  vorhanden  sind.  Sie  wurden  sämmtlich,  Band  für  Band,
durchgesehen.  Aber  nur  eines,  ein  Urbar  von  M  i  11  e  r  si  11,  ergab  Weisthümer.

Die  Handschrift  ist  auf  Pergament  in  gr.  Fol.  von  Einer  Hand
sauber  geschrieben.  Bl.  2“:  „Anno  domini  1493  mandato  reverend.
in  Christo  patris  et  domini  domini  Leonhardi  Archiepiscopi  Salzeburgensis
  etc.  transscriptus  est  hie  über  officii  Mittersil“  (roth).
Bl.  23“:  „Scriptus  et  finitus  per  Wilhelm  Pürstinger  ciuem  et
eotunc  scriptorem  curie  Salzeburgensis“  (roth).  Vorher,  auf  derselben ­
  Seite,  steht  am  Rande  von  der  nämlichen  Hand  folgende  Bemerkung: ­
  „Hec  omnia  et  singula  per  longum  processum  continentur
in  libro  urbarii  officii  Mittersil  in  ultimis  decem  foüis  et  habetur  liic
über  papireus  in  camera  domini“.
            
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