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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Dr.  Pfizmaier

Bei  guter  Farbe  nicht  krank  sein,  ist  der  Ordnung  in  Wahrheit
gemäss.  Bei  schlechter  Farbe  nicht  krank  sein,  dies  ist  gewiss  vorgesetzt ­
  dem  Übel  und  Unglück.  Die  fünf  Obrigkeiten  eingesunken  und
schwach,  der  Vorhof  und  die  Halle  nicht  gedehnt,  das  Umhegte  und
Verdeckte  niedrig  und  klein,  wenn  hier  keine  Krankheit,  so  ist  der
Geist  stark.
(Erklärung.)  Dies  erläutert  die  Weise  der  Beobachtung,  wenn
die  Farbe  zu  sehen,  die  Krankheit  aber  nicht  zu  sehen  ist.
Die  gute  Farbe  ist  eine  vortreffliche  Farbe,  bei  der  die  Luft  und
die  Farbe  zugleich  herbeikommen.  Ein  solcher  Mensch  sollte  nach
der  Ordnung  der  Dinge  nicht  krank  sein.  Die  schlechte  Farbe  ist
eine  tiefe,  versunkene,  stockende  und  dunkle  Farbe.  Wenn  ein
solcher  Mensch  nicht  sofort  krank  sein  sollte,  so  ist  dies  dennoch
dem  Übel  und  dem  Unglück  vorgesetzt.  „Übel  und  Unglück“  ist
etwas  Ähnliches  wie  die  Aussprüche  der  Beobachter 1 ):  „Blassroth
ist  dem  Versengen  und  den  Bemühungen  vorgesetzt.  Mund  und
Zunge  weiss  ist  der  Strafe,  der  Liebe  zu  den  Eltern  und  der  Unterwürfigkeit ­
  vorgesetzt.  Schwarz  ist  der  Ungebühr,  den  Wetterschäden,
dem  Übel  und  dem  Tode  vorgesetzt.  Grün  ist  dem  Kummer,  den
Streitigkeiten  und  dem  plötzlichen  Untergang  vorgesetzt.“
„Die  fünf  Obrigkeiten  eingesunken  und  schwach“  bedeutet,  dass
die  Knochen  der  fünf  Obrigkeiten  eingesunken,  das  Fleisch  dünn  ist.
„Der  Vorhof  und  die  Halle  nicht  gedehnt“  bedeutet,  dass  der  Vorhof
des  Himmels  und  die  Mitte  der  Thorwarte  nicht  stark,  hoch,  gedehnt
und  sichtbar  sind.  „Das  Umhegte  und  Verdeckte  niedrig  und  klein“
bedeutet,  dass  die  Gegend  zur  Seite  der  Wangen,  die  Öffnungen  des
Ohres  niedrig  und  breit  sind.  Dies  alles  ist  keine  Krankheit,  aber  es
ist  eine  Gestalt,  mit  der  kein  langes  Leben  verbunden.  Wenn  noch
die  schlechte  Farbe  hinzukommt,  wie  könnte  man  dies  ertragen?
Wenn  hier  Gesundheit  ist,  so  ist  der  Geist  eines  solchen  Menschen
stark  und  hebt  die  Gestalt.

Bei  Krankheiten  der  Leber  ist  man  zum  Zorn  geneigt,  und  die
Farbe  des  Angesichts  soll  grün  sein.  Auf  der  linken  Seite  ist  die

1)  Leute,  welche  nach  «1er  ansseren  Gestalt  des  Menschen  dessen  Schicksale  Vorhersagen. ­

            
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