Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

308

Pfizmai  er

Wenn  Quecksilber  in  das  Ohr  des  Menschen  gelangt,  so  stirbt
er.  Dasselbe  ist  der  Fall  bei  den  sechs  Arten  der  Hausthiere.  Wenn
man  Gold  oder  Silber  neben  das  Ohr  legt,  so  wird  das  Quecksilber
ausgeschieden.
(Erklärung.)  Das  Quecksilber  ist  sehr  giftig.  Wenn  es  in  das
Ohr  gelangt,  so  versinkt  es  in  die  Gewebe  und  fällt  in  die  Fäden  i).
Dies  ist  im  Stande,  den  Tod  des  Menschen  herbeizuführen.  Wenn
man  Gold  oder  Silber  zu  der  Öffnung  des  Ohres  bringt  und  es  zieht,
so  wird  es  (das  Quecksilber)  ausgeleert.  Dies  bat  seinen  Grund  in
der  Eigenschaft  der  Dinge,  vermöge  welcher  sie  auf  einander  Einfluss ­
  haben  und  einander  vorladen,  gleichwie  der  Magnet  die  Nadeln ­
  an  sich  zieht.

Der  bittere  Sandelbaum 2 ),  der  ohne  Samen  ist,  tödtet  den
Menschen.
(Erklärung.)  Es  gibt  zwei  Arten  bitteren  Sandelbaumes:  männlichen ­
  und  weiblichen.  Der  männliche  ist  ohne  Samen,  von  Wurzel  roth
und  er  ist  giftig.  Wenn  man  ihn  anwendet,  so  bewirkt  er  bei  dem
Menschen  Erbrechen,  welches  nicht  zu  stillen  ist  und  bisweilen  selbst
den  Tod  herbeiführt.  Der  weibliche  trägt  Samen,  ist  von  Wurzel
weiss  und  nur  wenig  giftig.  Man  kann  diesen  den  Arzneien  beimengen
und  anwenden.

Sämmtliche  Gifte  sind  oft  entlehnte  Gifte,  welche  hingeworfen
werden,  ohne  dass  man  es  weiss.  Es  ist  dann  angemessen,  einen
Absud  Yon  Tsi-ni  s)  und  Süssholz  zu  trinken.  Dies  beseitigt  gründlich
sämmtliche  Gifte.

*)  Die  zwölf  Gewebe  und  die  zwölf  Fäden  bilden  das  Gefässsystem.

2 )  Der  Baum  TjvEp!  Wen.  Derselbe  ist  über  eine  Klafter  hoch  und  trägt  Blätter  gleich

kiiei  (eine  Art  sophora),  welche  jedoch  zugespitzt  sind.

denen  des  Baumes

Im  dritten  und  vierten  Monate  des  Jahres  entfaltet  er  Blüten  von  rother  und  bläulicher ­
  Farbe.  Die  Früchte  haben  Ähnlichkeit  mit  kleinen  Glocken  und  werden  „die
goldenen  kleinen  Glocken“  genannt.  Im  gewöhnlichen  Leben  heisst  der  Baum  „der
bittere  Lien“.  Er  heisst  auch  „die  kleinen  Glocken  des  Wohnhauses“.  Man  kann
ihn  zu  Geländern  (lien)  verwenden,  woher  sein  Name  stammt.
s )  Die  Pflanze  Tsi-ni  ist  oben  als  Heilmittel  bei  Vergiftung  durch  Schirling  erwähnt
worden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.