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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Toxicologie  der  chinesischen  Nahrungsmittel.  305
Den  Wein  und  das  Wasser,  in  welchen  das  Bild  des  Menschen
sich  abspiegelt  und  sich  bewegt,  darf  man  nicht  trinken.
(Erklärung.)  Die  Abspiegelung  eines  solchen  Bildes,  welches
sich  bewegt,  ist  etwas  Wunderbares  und  Ungewöhnliches.  Man  darf
es  durchaus  nicht  trinken.

Wenn  man  sauren  Saft  mit  zubereiteter  Milch  trinkt,  so  verursacht ­
  dies  dem  Menschen  Blutgeschwüre.
(Erklärung.)  Zubereitete  Milch  ist  von  Eigenschaft  klebrig
und  zu  Boden  sinkend.  Saurer  Saft  ist  von  Eigenschaft  sauer  und
zusammenlesend.  Deshalb  verursacht  es  Blutgeschwüre.

Wenn  man  Brei  von  weissem  Beis  isst,  esse  man  kein  rohes
„grünes  Ohr“.  Es  verursacht  Laufen  und  Haften.
(Erklärung.)  Brei  von  weissem  Beis  und  Früchte  des  „grünen
Ohres“  zugleich  gegessen,  verursachen  laufende  und  haftende  Krankheiten. ­
  Da  es  so  ist,  passen  diese  Dinge  hinsichtlich  der  Eigenschaften ­
  und  des  Geschmackes  gewiss  nicht  zu  einander.

Wenn  man  süssen  Brei  isst  und  hierauf  Salz  verzehrt,  entsteht
sofort  Erbrechen.
(Erklärung.)  Der  Brei  ist  süss,  das  Salz  ist  salzig.  Wenn  man
zuerst  Brei  isst  und  hierauf  wieder  im  Übermasse  Salz  verzehrt,  so
entsteht  sofort  Erbrechen.  Dies  liegt  in  der  Natur  der  Sache.

Speise  und  Trank  gemessen,  welche,  wenn  man  sie  mit  einem
Essstabe  aus  Rhiuoceroshorn  umrührt,  schäumen  und  hei  denen  es
geschieht,  dass,  wenn  man  sie  ausschüttet,  die  Erde  sich  aufwirft,
ist  für  den  Menschen  tödtlich.
(Erklärung.)  Pao-pö-tse  sagt:  Das  Rhinoeeros  verzehrt  die
hundert  Pflanzen  und  die  Dornen  sämmtlicher  Bäume.  Deswegen
kennt  es  das  Gift  der  Speisen  und  Getränke.  Wenn  man  Speise  und
            
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