Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

304

P  f  I  z  m  a  i  e  r

dies  sofort  gelben  Schweiss.  In  anderen  Fällen  verursacht  dies  sofort
durchsickernden  Wind.  Man  hüte  sich  und  sei  sorgfältig.

Wenn  man  hei  einem  Menschen,  der  Wein  getrunken  hat  und
stark  berauscht  ist,  auf  dem  Bauche  oder  Rücken  ein  Brennmittel
anwendet,  so  werden  ihm  die  Gedärme  verknüpft.
(Erklärung.)  Die  das  Brennmittel  anwendenden  Arzte  sagen:
Man  brenne  keinen  Menschen,  der  stark  berauscht  ist.  —  Dies  hat
die  nämliche  Bedeutung.
/

Nachdem  man  berauscht  ist,  esse  man  sich  nicht  satt.  Es  bringt
Hitze  und  Kälte  hervor.
(Erklärung.)  In  der  Trunkenheit  zieht  die  Luft  der  Leber  und
der  Galle  frei  umher.  Das  Holz  (als  Grundstoff)  kommt  und  beleidigt
die  Erde  (als  Grundstoff).  Deswegen  wird  gesagt:  Man  esse  sich
nicht  satt.  Es  bringt  Hitze  und  Kälte  hervor.

Wenn  man  Wein  trinkt  und  Schweinefleisch  isst,  hierauf  zwischen ­
  Stroh  von  Ährenreis  liegt,  heisst  man  Gelbsucht  entstehen.
(Erklärung.)  Der  Wein  ist  von  Eigenschaft  sehr  feucht  und
sehr  hitzig.  Wenn  man  Wein  trinkt  und  Schweinefleisch  isst,  so  vert
  mengen  sich  Feuchtigkeit  und  Hitze  und  erzeugen  Dunst  im  Inneren.
Wenn  man  zwischen  Stroh  von  Ährenreis  liegt,  so  werden  Feuchtigkeit ­
  und  Hitze  nach  aussen  niedergehalten.  Deswegen  heisst  man
Gelbsucht  entstehen.

Grütze  essen  und  viel  Wein  trinken,  ist  ernstlich  zu  meiden.
(Bemerkung.)  Das  Sprichwort  sagt:  Die  Weintrinker  meiden
das  Süsse.  —  Was  dies  zu  bedeuten  habe,  lässt  sich  nicht  erklären.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.