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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

Im  sechsten  und  siebenten  Monate  des  Jahres  esse  man  keine
Früchte  des  Oleasters  i).  Sie  schaden  der  Luft  des  Geistes.
(Erklärung.)  Die  Früchte  des  Oleasters  sind  -scharf,  hitzig  und
machen  die  Luft  umherlaufen.  Im  sechsten  Monate  des  Jahres  ist  der
Urstoff  des  Lichtes  vollkommen  und  breitet  sich  aus.  Im  siebenten
Monate  des  Jahres  ist  der  Urstoff  der  Finsterniss  unbedeutend  und
im  Begriffe  sich  zurückzuziehen.  Wenn  man  jenen  scharfen  und
hitzigen  Gegenstand  verzehrt,  erwächst  der  Luft  des  Geistes  Schaden.

Im  achten  und  neunten  Monate  des  Jahres  esse  man  keinen
Ingwer.  Er  schadet  dem  Geiste  des  Menschen.
(Erklärung.)  Ingwer  ist  von  Eigenschaft  hitzig,  von  Geschmack
scharf  und  brennend.  Im  achten  und  neunten  Monate  des  Jahres  ist
der  Herbst  dem  Einsammeln  mehr  vorgesetzt  als  dem  Scharfen  und
Flüchtigen.  Deswegen  verletzt  er  den  Geist  des  Menschen.  In  der
„Überdachung  des  Dämmerlichtes“  von  Tschü-tse  wird  gesagt:  Wenn
man  im  Herbst  Ingwer  verzehrt,  so  verkürtzt  dies  die  Himmelsjahre
des  Menschen.  Man  meint,  dass  seine  scharfe  und  laufende  Luft  die
Lungen  seitwärts  drängt.

Im  zehnten  Monate  des  Jahres  esse  man  keinen  Pfeffer.  Er  verletzt ­
  das  Herz  des  Menschen,  er  verletzt  die  Adern  des  Menschen.
(Erklärung.)  Pfeffer  ist  von  Eigenschaft  hitzig,  von  Geschmackscharf
  und  brennend.  Im  zehnten  Monate  des  Jahres  hat  sich  die  Luft
des  Urstoffes  des  Lichtes  gänzlich  zurückgezogen.  Wenn  man  dann
jenen  scharfen  und  hitzigen  Gegenstand  verzehrt,  so  schadet  er  gewiss ­
  dem  Herzen  ,  verletzt  die  Adern.

Im  zehnten  Monate  des  Jahres  esse  man  kein  von  Reiffrost  bedecktes ­
  Gemüse.  Das  Angesicht  des  Menschen  wird  dadurch  glanzlos,
das  Auge  zieht  sich  zusammen,  es  entstehen  Herzweh  und  Lenden-Tschü-yü,

  elaeagnus  crispa.  In  Khang-hi  wird  Tscliii-yü  erklärt

durch  :  Pfefferkörner,  welche  in  Ansammlungen  wachsen  und  das  Aussehen  einer
Kammer  erhalten.
            
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