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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Toxieologie  der  chinesischen  Nahrungsmittel.  2  8  S
Wenn  zubereitete  Milch  mit  Aprikosen  nicht  heiss  ist,  schadet  sie
dem  Menschen  •).
(Erklärung.)  Aprikosen,  von  Geschmack  sauer  und  bitter,  enthalten ­
  Gift.  Wenn  die  gekochte  zubereitete  Milch  noch  nicht  heiss  ist
und  dies  verzehrt  wird,  so  ist  zu  fürchten,  das  es  dem  Menschen
Schaden  zufüge.

Pflaumen,  in  Menge  gegessen,  zerstören  die  Zähne  des  Menschen.
(Erklärung.)  Pflaumen  sind  von  Geschmack  bitter  und  sauer.  Wenn
man  deren  viele  isst,  so  bewirkt  dies,  dass  die  Zähne  des  Menschen
beschädigt  werden.  Die  Zähne  sind  der  Überfluss  der  Knochen.  Durch
die  Nieren  sind  sie  der  Feuchtigkeit  vorgesetzt  und  sie  sind  mit  den
Knochen  verbunden.  Deswegen  werden  die  Zähne  verletzt.

Damascener  Pflaumen  darf  man  nicht  viele  essen.  Sie  bewirken,
dass  der  Mensch  sich  ausdehnt  und  anschwillt.
(Erklärung.)  Damascener  Pflaumen  sind  von  Geschmack  sauer
und  zusammenziehend.  Wenn  man  deren  viele  verzehrt,  so  breitet
sich  die  Luft  in  der  Mitte  nicht  gleichmässig  aus.  Deswegen  bewirken ­
  sie,  dass  der  Bauch  des  Menschen  anschwillt.

Äpfel  darf  man  nicht  viele  essen.  Sie  schwächen  die  hundert
Adern  des  Menschen.
(Erklärung.)  Die  Apfel  sind  von  Geschmack  sauer  und  zusammenziehend. ­
  Wenn  man  deren  viele  isst,  so  bewirken  sie,  dass  sich
die  hundert  Adern  nicht  ausdehnen  können.  Deswegen  werden  die
Adern  schwach.

Citronen  und  Pumelo's,  reichlich  genossen,  erfrischen  den  Mund
des  Menschen  und  bewirken,  dass  er  die  fünf  Arten  des  Geschmacks
nicht  erkennt.

Nach  einer  Variante:  sie  tödtet  den  Menschen.

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