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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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P  f  i  7  m  a  i  c  r

Hundefleisch  fürchtet  die  Aprikosenkerne.  Deshalb  gebraucht  man
diese,  und  die  Symptome  sind  gänzlich  beseitigt.

Ein  Weib  darf  in  ihrer  Schwangerschaft  kein  Hasenfleisch,  ferner ­
  keine  Schildkröte,  kein  Huhn  und  keine  Ente  essen.  Thut  sie
dies,  so  ist  ihr  Kind  stumm.
(Erklärung.)  Wenn  sie  in  der  Schwangerschaft  Hasenfleisch
isst,  so  bekommt  ihr  Kind  eine  Hasenscharte.  Wenn  sie  Schildkrötenfleisch ­
  isst,  so  bekommt  ihr  Kind  einen  kurzen  Hals.  Wenn  sie  Schafoder ­
  Hundefleisch  isst,  so  bekommt  ihr  Kind  viele  Hitze.  Wenn  sie
Hühner-  oder  Entenfleisch  isst,  so  wird  ihr  Kind  stumm.  Diese  verschiedenen ­
  Dinge  soll  ein  schwangeres  Weih  nicht  essen.

Hasenfleisch  darf  man  nicht  mit  dem  Fleische  eines  weissen
Huhnes  essen.  Es  bewirkt,  dass  das  Angesicht  des  Menschen  gelb
wird.
Das  Hasenfleisch  ist  sauer  und  kalt.  Wenn  man  es  viel  isst,  so
beschädigt  es  die  ursprüngliche  Luft,  zerreisst  die  Blutadern  und
macht  den  Menschen  welk  und  gelb.  Ein  weisses  Huhn  hat  zwar  die
Gestalt  des  harten  Eisens,  des  grossen  Weiss  (d.  i.  des  Planeten
Venus),  allein  es  gehört  in  Wirklichkeit  zu  dem  Wind  und  zu  dem
Holze.  Es  besitzt  die  Eigenschaft,  das  Feuer  der  Leber  zu  befördern.
Wenn  die  beiden  Dinge  zugleich  gegessen  werden,  erregen  sie  die
Luft  der  Milz  und  bringen  die  gelbe  Farbe  hervor.  Deswegen  dürfen
sie  nicht  zugleich  gegessen  werden.

Der  Genuss  von  Hasenfleisch,  zu  welchem  trockener  Ingwer  gekommen. ­
  erzeugt  die  Krankheit  des  Erbrechens.
(Erklärung.)  Hasenfleisch  ist  sauer  und  kalt.  Seine  Natur  ist
diejenige  des  Urstoffes  der  Finsterniss.  Trockener  Ingwer  ist  scharf
und  heiss.  Seine  Natur  ist  diejenige  des  Urstoffes  des  Lichtes.  Wenn
man  die  Dinge,  deren  Natur  und  Geschmack  einander  entgegengesetzt ­
  sind,  zugleich  verzehrt,  so  bringt  dies  gewiss  die  Krankheit  des
Erbrechens  hervor.
            
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