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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

Rennthierfett  mit  Pflaumen  und  Damascener  Pflaumen,  wenn  ein
schwangeres  Weih  dies  verzehrt,  so  bewirkt  sie,  dass  der  Augapfel
ihres  Kindes  blind  ist.  Bei  Männern  schadet  es  dem  Samen.
(Gesammelte  Erklärungen).  Li-wen  sagt:  Das  Auge  des  Menschen ­
  hat  den  Urstoff -  der  Finsterniss  zum  Körper,  den  Urstoff  des
Lichtes  hat  es  zum  Gebrauche.  Das  Rennthier  ist  ein  Thier  des
Urstoffes  der  Finsterniss.  Pflaumen  und  Damascener  Pflaumen,  von  Geschmack ­
  sauer  und  bitter,  gehören  ebenfalls  zu  dem  Urstoffe  der  Finsterniss. ­
  Etwas  Ähnliches  ist  der  Fall  bei  schwangeren  Weibern.  Wenn
diese  drei  Gegenstände  zugleich  gegessen  werden,  so  ist  die  Luft  des
Urstoffes  der  Finsterniss  in  grösster  Vollkommenheit,  die  Luft  des
Urstoffes  des  Lichtes  wird  zerschnitten  und.  ist  gering.  Deswegen
wird  hierdurch  der  Augapfel  des  Kindes  blind.  Die  Luft  des  Samens
des  Mannes  soll  warm  sein.  Wenn  der  Urstoff -  der  Finsterniss
vollkommen  ist,  so  ist  der  Same  kalt.  In  dem  Pen-thsao  wird  gesagt:
Rennthierfett  bewirkt  Unvermögen.
(Bemerkung.)  Unter  dem  Hufe  des  Rennthieres  befinden  sich
zwei  Öffnungen,  welche  das  Nachtauge  sind.  Hoai-nan-tse  sagt:
Wenn  ein  schwangeres  Weib  ein  Rennthier  sieht,  so  gebärt  sie  ein
Kind  mit  vier  Augen.  —  Indem  also,  wenn  die  drei  Dinge  gegessen
werden,  bewirkt  wird,  dass  der  Augapfel  des  Kindes  blind  ist,  besteht
eine  Ähnlichkeit  zwischen  den  Dingen,  und  sie  haben  Einfluss  auf  die
Leibesfrucht.  Es  wird  gelehrt,  dass  man  sich  davor  hüten  solle.

Rehfleisch  darf  man  nicht  mit  Hummer,  ferner  nicht  mit  rohem
Gemüse,  Pflaumen  und  Damascener  Pflaumen  essen.  Es  ist  dem  Menschen ­
  schädlich.
(Erklärung.)  Das  Rehfleisch  ist  von  Eigenschaft  warm.  Vom
achten  bis  zum  eilften  Monate  des  Jahres  gegessen,  übertrifft  es  das
Schaffleisch.  Isst  man  es  in  den  übrigen  Monaten,  so  setzt  es  die  Luft
in  Bewegung.  Hummer  kann  Schlagflüsse  veranlassen.  Rohes  Gemüse,
Pflaumen  und  Damascener  Pflaumen  setzen  den  Schleim  in  Bewegung. ­
  Wenn  man  diese  Dinge  zugleich  isst,  so  bringen  sie  dem
Menschen  Krankheit.

Einen  weissen  Hund,  der  von  selbst  verendet  ist  und  nicht  die
Zunge  herausstreckt,  verzehren,  bringt  dem  Menschen  Schaden.
            
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