Die Toxicologie der chinesischen Nahrungsmittel. 263
Wenn man rohes Fleisch verzehrt, sich sättigt und Milch trinkt,
so verwandelt sich dies in weisse Würmer.
(Erklärung.) Wenn man rohes Fleisch isst und, nachdem man
sich gesättigt, sofort Milch oder zubereitete saure Milch trinkt, so
bringt man Feuchtigkeit und Hitze zu Wege. Diese verwandeln sich
gewiss und erzeugen weisse Würmer.
Der Genuss des Fleisches der an Seuchen gestorbenen Rinder
bewirkt, dass die Krankheit nach unten abfliesst. Es erzeugt auch
Verhärtungen und Ansammlungen. Es ist zweckmässig, es durch
Abführmittel nach unten zu schaffen.
(Erklärung.) Das Fleisch der an Seuchen gestorbenen Rinder
ist giftig, und man darf es nicht essen. Wenn es nach dem Genüsse
Abweichen bewirkt, so wird die Krankheit nach unten abgeleitet. Risweilen
erzeugt es Verhärtungen und Ansammlungen, und dann ist es
zweckmässig, es durch Abführmittel wegzutreiben.
Dörrfleisch und aufbewahrter Reis in Töpfen sind giftig. Ist der
Sommer vorüber und man verzehrt sie, so heisst man Krankheiten der
Nieren entstehen.
(Erklärung.) Gedörrtes Fleisch und aufbewahrter Reis in Töpfen
fassen in sich Feuchtigkeit und Hitze, eingeschlossene und dunstige
Luft. Wenn man sie nach dem Sommer, wo sie bereits verfault sind,
isst, so dringt die faule Luft in die Nieren. Deswegen heisst man
Krankheiten der Nieren entstehen.
Indem man die Vergiftung durch das Fleisch der von selbst
verendeten sechs Arten der Hausthiere behandelt, gebraucht man die
zerstossene gelbe Flügelfrucht'). Man nimmt einen Löffel von der
Grösse eines Geviertzolles.
(Erklärung.) In dem Fleische der sechs Arten der Hausthiere,
welche von selbst verendet sind, ist Gift enthalten. Wenn man hieri)
Hoang-pi, auch hoang-mö »der gelbe Bauin“ genannt, ist der Baum pterocarpus
flavus.