Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

260

P  f  i  z  m  a  i  e  r

isst,  so  herrscht  die  Leiter  immer  mehr  vor,  aber  die  Milz  wird  noch
schwächer.  Deswegen  heisst  es:  Man  kann  liier  nicht  zu  Hilfe  kommen. ­
  Es  wird  ferner  gesagt:  Zur  Zeit,  wo  die  Leber  vorherrscht,  darf
man  nicht  die  Todesluft  in  die  Leber  bringen.  Dies  bat  den  Sinn  der
Worte  der  Bücher  des  Inneren:  „Man  mache  keinen  Angriff  auf  das
Gleichmass  des  Himmels.“  Wenn  man  das  Gleichmass  des  Himmels
angreift,  so  verletzt  man  die  Leber.  Die  Leber  ist  der  Seele  vorgesetzt, ­
  und  es  ist  zu  fürchten,  dass  man  wieder  die  Seele  verletzt.
Wenn  nicht  die  Zeit  des  Vorherrscliens  ist,  so  waltet  Leere.  Waltet
Leere,  so  verbessert  man  durch  Leber  die  Leber.  Deswegen  heisst
es:  Dies  ist  gut.  Die  übrigen  Eingeweide  richten  sich  hiernach.

Überhaupt  darf  man  es  hei  dem  Eingeweide  der  Leber  mit  dem
Verzehren  nicht  leicht  nehmen.  Bei  Thieren,  welche  von  selbst  verendet ­
  sind,  ist  es  noch  schlimmer.
(Erklärung.)  Der  Sinn  ist:  ZurZeit,  wo  die  Thiere  getödtet
werden  sollen,  ist]  ihr  Herz  von  Schrecken  erfüllt,  die  Leber  erregt. ­
  Wenn  man  sie  (diese  Eingeweide)  verzehrt,  bringt  es  keinen
Nutzen.  Deswegen  heisst  es:  Man  darf  es  mit  dem  Verzehren  nicht
leicht  nehmen.  Wenn  die  Thiere  von  selbst  verenden,  sind  sie  gewiss
an  Vergiftung  gestorben,  und  sie  dürfen  wieder  nicht  gegessen
werden.

In  jedem  Herzen  ist  das  göttliche  Bewusstsein  enthalten.  Man
esse  es  nicht;  denn  es  wird  dem  Menschen  in  dem  künftigen  Leben
die  entsprechende  Vergeltung  zu  Theil  werden.
(Erklärung.)  Der  Mensch  ist  von  dem  Thiere  zwar  verschieden,
aber  das  Herz,  welches  das  Leben  begehrt  und  den  Tod  fürchtet,  ist
ein  und  dasselbe.  Nur  das  Herz  ist  es,  in  welchem  das  göttliche  Bewusstsein ­
  enthalten  ist.  Deswegen  wird  gesagt:  Man  esse  es  nicht.

Das  Fleisch  und  die  Leber,  welche,  wenn  sie  zu  Boden  fallen,
anf  Staub  und  Erde  nicht  haften,  darf  man  nicht  essen.
Das  Schweinefleisch,  welches  schwimmt,  wenn  es  in  das  Wasser
fallt,  darf  man  nicht  essen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.