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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Pfizmnier

Erste  Abtheilung.
Was  bei  Vögeln,  vierfüssigen  Thieren,  Fischen  und  Schnllhieren  zu
vermeiden,  saninit  Behandlung.
Der  Geschmack  der  Speisen  und  Getränke  dient  zur  Ernährung
des  Leibes.  Wenn  man  sie  geniesst,  gibt  es  Dinge,  die  verwehrt
sind;  denn  sie  können  im  Gegentheil  Schaden  bewirken.  Ohne  die
Anwendung  von  Arzneimitteln  entstellen  dann  Hitze  und  Erschöpfung.
Ist  es  möglich,  nicht  zu  essen  und  zu  trinken?  Man  sieht  deutlich,
wie  die  Zeitgenossen  ohne  Schranken,  Ordnung  und  Leitung,  so  dass
Unwohlsein  und  Fieber  wetteifernd  zum  Vorschein  kommen.  Wenn
diese  nicht  durch  die  Nahrungsmittel  entstehen,  so  kann  man  das
Leben  vorläufig  erhalten.  Es  ist  nothwendig,  zu  wissen,  was  man
besonders  zu  meiden  bat.  Unter  den  Dingen,  welche  man  verzehrt,
gibt  es  einige,  welche  hei  Krankheiten  zweckmässig  sind,  es  gibt
andere,  welche  dem  Leibe  zum  Schaden  gereichen.  Trifft  man  das
Zweckmässige,  so  ist  dies  dem  Leibe  zuträglich.  Ist  es  schädlich,  so
bringt  man  Krankheiten  hervor.  Hierdurch  gerätli  man  in  Gefahr,  und
die  Heilung  ist  in  einzelnen  Fällen  schwer.
Wenn  man  Arzneien  siedet  und  den  Saft  trinkt,  um  das  Gift
zu  beseitigen,  darf  man  ihn,  selbst  wenn  schnelle  Hilfe  nöthig  ist,
nicht  heiss  trinken.  Da  man  bei  den  Krankheiten  der  Vergiftung
(durch  Nahrungsmittel)  von  Hitze  befallen  wird,  ist  es  auch  sehr  angemessen, ­
  kalt  zu  trinken.
Bei  Krankheiten  der  Leber  verbietet  man  das  Scharfe.  Bei
Krankheiten  des  Herzens  verbietet  man  das  Salzige.  Bei  Krankheiten
der  Milz  verbietet  man  das  Saure.  Bei  Krankheiten  der  Lungen  verbietet ­
  man  das  Bittere.  Bei  Krankheiten  der  Nieren  verbietet  man
das  Süsse.
(Erklärung.)  Es  fragt  sieb,  warum  hier  gesagt  wird,  dass,  wenn
die  fünf  Eingeweide  erkrankt  sind,  Dinge  je  nach  den  fünf  Arten  des
Geschmacks  verboten  werden.  Bei  der  Leber  handelt  es  sich  um  eine
Krankheit  (des  Grundstoffes)  des  Holzes.  Wenn  man  dabei  scharfe
Dinge  reicht,  so  befördert  das  Scharfe  die  Luft  der  Lungen,  und  es  ist
zu  fürchten,  dass  diese  die  Leber  bewältige.  Deswegen  verbietet  man
            
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