P f i z m n i e r , Die Toxicolog-ie der chinesischen Nahrungsmittel. 257
SITZUNG VOM 8. NOVEMBER 1865.
Die Toxicologie der chinesischen Nahrungsmittel.
Von dem w. M. Dr. August Pfizmaier.
Die vorliegende Abhandlung enthält die von Tsch’hang-ki, einem
Arzte aus den Zeiten der späteren Han, aufgestellten Ansichten über
die Schädlichkeiten der damals bekannten Nahrungsmittel.
Diese Arbeit, hauptsächlich als ein Beitrag zur Culturgescliichte
zu betrachten, dürfte ausserdem Manches bieten, das nach Umständen
selbst in medieinischer Hinsicht zu verwenden wäre. So die
Auseinandersetzungen über gewisse hei uns nicht gewöhnliche Nahrungsmittel,
vorzüglich aber die Angabe der Heilmittel hei üblen
Zufällen, welche hier im allgemeinen als „Vergiftung“ bezeichnet
werden.
Die Herausgeber des in das I-tsung-kin-kien (der goldene Spiegel
der ärztlichen Stammhäuser) aufgenommenen Werkes vermutlien,
dass dasselbe Zusätze Späterer enthalte, fanden sich jedoch, der
Länge des verstrichenen Zeitraumes willen, ausser Stande, diese
Zusätze zu erkennen oder auszuscheiden.
Das Ganze besteht aus zwei Abtheilungen, von denen die eine die
animalischen, die andere die vegetabilischen Nahrungsmittel umfasst.
Das Werk ist so eingerichtet, dass sich den einzelnen Sätzen
die von verschiedenen Autoritäten herrührenden Erklärungen und besonderen
Bemerkungen anschliessen, wobei cs bisweilen auch vorkommt,
dass die Angaben Tsch'hang-ki’s berichtigt oder in Zweilei
gezogen werden.