Die Erklärung 1 einer alten chinesischen Semiotik.
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Das Unrichtige ward noch nicht lange in Empfang genommen, deswegen
wird die Farbe nicht entrissen. Bei einer veralteten Krankheit
ward das Unrichtige schon lange in Empfang genommen, deswegen
wird die Farbe entrissen. Eine veraltete Krankheit schreitet nicht
vorwärts, deswegen wird der Puls nicht entrissen.
Wenn bei einer neuen Krankheit Farbe und Puls zugleich nicht
entrissen werden, so ist das Richtige nicht verkümmert und das Unrichtige
nicht ausgebildet. Deswegen heisst es: sie vergeht leicht.
Wenn bei einer veralteten Krankheit Farbe und Puls zugleich entrissen
werden, so ist das Richtige bereits verkümmert und das Unrichtige
eben ausgebildet. Deswegen heisst es: sie ist schwer zu
heilen.
Die Farbe erscheint ausserhalb der Haut, die Luft ist enthalten
innerhalb der Haut. Bei innerem Glanze, äusserer Frische gehen
Luft und Farbe in einander über. Ist die Farbe und keine Luft, so
erfolgt ein Neigen auf die Seite bei dem Loos der Gesundheit. Ist die
Luft und keine Farbe, so mag es selbst qualvoll sein, es ist
nicht böse.
(Erklärung.) Dies erläutert die Weise der Beobachtung in
Bezug auf die Übereinstimmung der fünf Farben mit den fünf Luftarten.
Grün, Gelb, Roth, Weiss, Schwarz, welche deutlich ausserhalb
der Haut zum Vorschein kommen, sind die fünf Farben. Was
verborgen innerhalb der Haut enthalten ist, sind die fünf Luftarten.
Wenn der innere Glanz glühend sich in Bewegung setzt von den
Streifen (d. i. den Muskeln) und auf dem Wege der Wiederschein
hervortritt, wenn die äussere Frische, dem weissen Edelsteine gleich,
nicht verschwimmt, der Glanz ölig schimmert, so ist dies das Aussehen
der Gesundheit, wo Luft und Farbe zugleich herbeikommen
und einander hervorbringen.
Wenn äusserlich die fünf Farben sichtbar werden, innerlich
kein Wiederschein enthalten ist, so ist die Farbe vorhanden, aber
keine Luft. Das Buch sagt: Wenn die Farbe herbeikommt, die Luft
nicht herbeikommt, so erfolgt der Tod. — Man sieht dies an den
vier Jahreszeiten, den fünf Eingeweiden, den fünf Abtheilungen *)>
l) Die fünf Abteilungen (u-pu) heissen hier die für die fünf Eingeweide bestimmten
Gegenden des Leibes.