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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Erklärung  einer  alten  chinesischen  Semiotik.

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Die  Farbe  der  Eingeweide  ist  der  Wirtli.  die  Farbe  der  Jahreszeiten ­
  ist  der  Gast.  Der  Frühling  ist  grün,  der  Sommer  ist  roth,  der
Herbst  ist  weiss,  der  Winter  ist  schwarz.  Der  Hochsommer  und  der
letzte  Monat  der  vier  Jahreszeiten  sind  von  Farbe  gelb.  Dies  ist  die
beständige  Regel.  Wenn  der  Gast  den  Wirtli  übertrifft,  ist  es  gut.
Wenn  der  Wirtli  den  Gast  übertrifft,  ist  es  schlecht.
(Erklärung.)  Dies  erläutert  die  Weise  der  Beobachtung  der
gewöhnlichen  Farben  der  Gesundheit  in  den  vier  Jahreszeiten.  Die
Farbe  der  fünf  Eingeweide  richtet  sich  in  ihrer  Erscheinung  nach
dem  Menschen  der  fünf  Gestalten.  In  hundert  Jahren  verändert  sie
sich  nicht,  deswegen  ist  sie  die  Farbe  des  Wirthes  (d.  i.  die  vorstehende ­
  Farbe).  Die  Farbe  der  vier  Jahreszeiten  richtet  sich  nach
dem  Zunehmen,  Herniederblicken,  Fortschreiten  und  Abziehen  der
vier  Jahreszeiten.  Sie  ist  nicht  beständig,  deswegen  ist  sie  die
Farbe  des  Gastes.
Die  Luft  des  Frühlings  verkehrt  mit  der  Leber  und  ihre  Farbe
soll  grün  sein.  Die  Luft  des  Sommers  verkehrt  mit  dem  Herzen  und
ihre  Farbe  soll  roth  sein.  Die  Luft  des  Herbstes  verkehrt  mit  den
Lungen  und  ihre  Farbe  soll  weiss  sein.  Die  Luft  des  Winters  verkehrt
mit  den  Nieren  und  ihre  Farbe  soll  schwarz  sein.  Die  Luft  des  Hochsommers ­
  und  des  letzten  Monates  der  vier  Jahreszeiten  verkehrt  mit
der  Milz  und  ihre  Farbe  soll  gelb  sein.  Dies  sind  die  gewöhnlichen
und  regelmässigen  Farben  der  vier  Jahreszeiten.
Die  Farbe  des  Wirthes  ist  diejenige,  welche  durch  die  Luftder
  Eingeweide  des  Menschen  hervorgebracht  wird.  Die  Farbe  des
Gastes  ist  diejenige,  welche  durch  das  Zunehmen  und  Hernieder
blicken  der  Luft  des  Jahres  verwandelt  wird.
Dass  die  Luft  des  Jahres  die  Luft  des  Menschen  übertrifft,  ist
der  Regel  gemäss.  Deswegen  wird  gesagt:  Wenn  der  Gast  den
Wirth  übertrifft,  ist  es  gut.  Dass  die  Luft  des  Menschen  die  Luft  des
Jahres  übertrifft,  ist  der  Regel  zuwider.  Deswegen  wird  gesagt:
Wenn  der  Wirth  den  Gast  übertrifft,  ist  es  schlecht.
Wo  vom  Übertreffen  die  Rede  ist,  wird  Folgendes  gemeint:  Was
grün  sein  soll,  wird  weiss.  Was  roth  sein  soll,  wird  schwarz.  Was
weiss  sein  soll,  wird  roth.  Was  schwarz  sein  soll,  wird  gelb.  Was
gelb  sein  soll,  wird  grün.
            
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