Die Gefahr vor Gericht und im Rechtsgang-.
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vor Gericht und im Beisein des Gegners in der Schwurform. Zugleich
hatte diese Probe, wobei auch der Inhalt des Eides mitgetheilt wurde,
den Zweck dem Gerichte wie dem Gegner Gelegenheit zu bieten,
wenn sie Mängel fänden, deren Besserung verlangen zu können 137 ).
Im Brunner Stadtgerichte wurde aber zu Recht erkannt, dass, wenn
einmal mit Umgehung jener Handlung ein Eid geleistet würde, derselbe
dieserhalb nicht ungiltig und der Schwörende weder sachnoch
bussfällig gegenüber dem Richter sein sollte 1SS ). Es wurde
also auch jene obwohl übliche Handlung, die Mittheilung und
Feststellung des Beweissatzes, für eine überflüssige Formalität
erklärt.
In der Formel des Entschuldigungseides musste der Kläger hei
seinem rechten Namen genannt werden, streng genommen so, wie er
sich nannte. Dagegen haben die Brünncr Schöffen, wie der Stadtsehreiher
gelegentlich in seiner Urtheilsammlung berichtet's»), an
verschiedene Orte stall des strengen Rechtes ein nachsichtiges gesendet.
So sollte der Eid gegangen sein, obgleich der Schwörende
seinen Gegner, der Kunzlin hiess, Kinzlin genannt habe; denn. so
rechtfertigten sie den Spruch, das Eine wie das Andere ist ein Deminutivem
desselben Namens, nämlich von Konrad 14 °). Ferner sollte
der Eid gegangen sein, wenn der Schwörende von einem Konrad
sprach, während der Kläger sich in einer deminutiven Form zu nennen
pflegte, indem man zur Begründung dieses Urtheils auf die Taufe
verwies, wobei dem Menschen nicht das Deminutivum eines Namens
137 ) S. Brüniier Schöffenb. n. 458, vgl. n. 444 (iurati formam audientes) und Freiberger
Statuten XII. Schott S. 194: Der widersache sal einis urteilis biten, ab he icht
benennen sulIe waz he bezugen wolle, daz sal he benennen zu rechte. Daz sullen
ouch die boten uil rechte hören vnd vernemen, daz si wizzen, wes si gesten
sullen. Der uorspreche des uordereris mac sprechen: wold ir iz verneinen, waz he
bezugen wil? Her herman wil Bezügen, daz im her heinrich seines rechten
koufschatzis schuldig ist eines uirdungis minner den cehn marc.
I38j Brunner Schöffenb. n. 254.
139 ) S. n. 443 a. A.
l4 °) Brunner Schöffenb. n. 443 a. A. Die entsprechende Schöffensatzung 214 S. 398
hebt nur hervor: wenn einer seinen Gegner, der sich selbst so nennt, Chuntzlin
statt Chunraten nenne.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. LI. Bd. I. Hft.
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