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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Siegel

der  s.  g.  Gefahrscliilling,  welchen  die  Herrschaft  auf  die  Hufen  ihrer
Grundholden  als  Reallast  legte  1 °s).  Von  einer  Hufe  musste  der  Besitzer
alljährlich  ein  Maass  Getreide  entrichten  z.  B.  einen  Landscheffel
Korn  und  Winterfrucht  in  der  Probstei  Zeitz  l04 ),  zwei  Malter  Getreide
und  eine  Gans  auf  den  Besitzungen  des  Benedictinerstiftes  Ludeshurg
  in  der  Halberstädtischen  Diöcese  105 ).
Die  Form  und  der  Umfang,  in  welchem  die  Freiheit  gewährt
wurde,  war  übrigens  höchst  mannigfaltig  und  ungleich.  Bisweilen
wurde  die  (jefahr  aus  dem  Gerichte  geradezu  verbannt,  so  in  den
Privilegien,  mit  welchen  die  Städte  Magdeburg 106 ),  Goslar  107 ),  Holzminden
  10S )  begnadet  wurden;  häufiger  dagegen  findet  sich  die  Auf-103
 )  Vgl-  die  Übereinkunft  zwischen  dem  Abt  Geverhard  und  Capitel  von  Nienburg
einerseits  und  dem  Grafen  Heinrich  von  Aschersleben,  als  Vogt  des  Klosters
anderer  Seits:  Convenimus  etiam  —  ut  illud,  quod  in  iudiciis  vare  dicitur,  non
sumatur,  sed  quod  varschillinge  detur  pro  ipso.  Die  Urkunde  steht  bei  Becmann,
Nienburgische  Geschichten  2,  71.  72.
104 )  In  der  Urkunde  vom  Jahre  1191,  worin  Markgraf  Konrad  feierlich  erklärt,  dass
die  ihm  als  dem  Stiftsvogte  in  den  Orten  der  Probstei  Zeitz  zustehenden  vogteilichen
  Befugnisse  nicht  überschritten  werden  sollen,  heisst  es  unter  Anderm:  Ter
siquidem  in  anno  advocatus  in  predicta  prepositura  ad  placitum  sedebit,  loquens
et  agens  cum  hominibus  stricto  jure,  quod  vulgo  dicitur  vare,  ita  tarnen  ut  pro
redemptione  stricti  juris,  sicut  praedecessores  nostri  hactenus  statuerunt  et  nos
firmiter  observare  volumus,  de  quolibet  manso  modius  annone,  qui  vulgo  dicitur
Landschephel  et  modius  hiemalis  frumenti  et  nihil  amplius  advocato  annuatim  persolvatur.
  S.  die  Urkunde  bei  Lepsius,  Bischöfe  von  Naumburg  1,  262.
105 )  S.  die  Aufzählung  der  dem  Grafen  Burchard  als  Vogt  des  neugegründeten
Benedictinerklosters  Ludesburg  eingeräumten  Rechte  in  der  Urkunde  des  Bischofs
Albert  von  Halberstadt  aus  dem  Jahre  1147  bei  Lenckfeld  antiqu.  Nordhus.  149:
Quid  autem  iuris  in  bonis  ecclesiae  advocatus  habere  debeat,  praesenti  scripto
commendnre  duximus,  ne  vel  advocato,  quod  sui  iuris  est,  postmodum]  subtrahatur,
  nec  quisquam  preter  statuta  ab  hominibus  extorqueatur.  De  singulis
mansis  duo  maltra  frumenti  et  unum  anserem  aduocatus  singulis  annis  recipiat  hac
conditione,  ut  in  legitimis  placitis  suis  liomines  sub  observatione  quadam  vulgo
dicta  vara  astare  et  respondere  non  cogat.  In  majoribus  vero  excessibus  homines
deprehensi  sub  observatione  respondeant.
l° 6 )  S.  unten  Note  116.
107 )  Urkunde  Kaiser  Friedrich’s  II.  vom  Jahre  1219  bei  Göschen,  Goslar’sclie  Statuten
S.  115,  6:  Praecipimus  ut  omne  ius  absque  captione,  quod  vulgo  vare  dicitur,
observetur  tarn  de  extraneis  quam  de  burgensibus.
I08j  Urkunde  des  Grafen  Otto  von  Eberstein  vom  Jahre  1245  bei  Falke  codex  trad.
corbej.  p.  930:  Suspitionem  vero  mali,  quod  in  judicio  vare  vocatur,  penitus
abolemus.
            
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