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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Wolf

der  Kirche  bei  geschlossenen  Thüren  vorgenommen  und  durch
Läuten  der  Glocken  angekündet  wurde,  in  welcher  sich  blos  der
Alcalde,  die  Zeugen  und  der  Angeklagte  befanden,  welchem  von  den
Zeugen  vorgeschrieben  wurde,  wie  er  das  Eisen  anzufassen  habe,  und
dass  er  weder  den  linken  Fuss  bewegen,  noch  einen  Schritt  mit  dem
rechten  machen  dürfe,  und  die  nochmals  die  Hand  untersuchten;
wenn  er  nach  dreimaliger  Aufforderung,  das  Eisen  zu  nehmen,  es
nicht  that,  war  er  sachfällig,  tliat  er  es,  wurde  ihm  der  Handschuh
wieder  angezogen,  nochmals  versiegelt  und  erst  nach  drei  Tagen  abgenommen ­
  und  die  Hand  von  den  Zeugen  untersucht,  die,  wenn  sie
Brandwunden  fanden,  den  Angeklagten  für  sachfällig  erklärten.
Konnten  sich  die  Zeugen  über  das  Resultat  dieser  Untersuchung
nicht  einigen  und  hatte  auch  der  Alcalde  noch  Zweifel,  so  wurden
nach  dem  Fuero  de  Sobrarbe  und  nach  dem  von  Navarra  (1.  c.  cap.  IS)
zwei  Schmiede  als  beeidete  Experten  beigezogen,  „porque  eillos  cognoscen
  mas  de  quemadura  que  otros.“
In  Navarra  kommt  der  Gebrauch  dieses  Gottesurtheils  noch  bis
zum  Jahre  1417  vor  (Yan  guas,  l.c.  Tomo  II.  p.  141).
Fuero  de  Cuenca  (in  der  Hist,  de  la  legisl.  Tomo  II.  p.
330—331):
„De  la  fechura  del  fierro.“
„El  fierro  de  la  justicia  facer,  aia  IV.  pies  y  seau  tan  altos  que
pueda  la  mano  meter  de  yuso  la  que  ä  salvar  se  oviere  (nämlich  eine
angeschuldigte  Weibsperson):  et  aia  de  longuez  un  palmo,  et  en
amplo  dos  dedos:  maes  aquella  que  el  fierro  oviere  de  prender,  traiftl
en  la  mano  IX.  pids  y  pongal  en  tierra  suavemiente.“
„Del  calentar  el  fierro.“
„Maes  ernpero  primeramente  sea  beneito  del  misa-cantano:  mas
el  iuez  y  el  misa-cantano  calienteii  el  fierro,  y  dimientre  el  fierro
calentaren,  ninguno  otro  non  se  acerque  al  l'uego  que  faga  alguna
lesia:  maes  aquella  que  el  fierro  oviere  ä  prender,  primeramiente
la  caten  bien  que  non  faga  ningun  enganno:  et  desy  lave  sus  manos
ante  todos,  y  las  manos  alimpiadas,  prenda  el  fierro,  et  despues
que  el  fierro  prisiere  et  pusiere  en  tierra,  el  juez  cubral’  la  mano
con  cera  y  sobre  la  cera  pongal’  estopa  d  lino,  y  liguengela  limpiamente
  con  un  panno;  e  esto  fecho  traiala  el  juez  ä  su  casa,  en  cabo
de  III.  dias  catel’la  mano,  y  si  la  manol’  fallaren  quemada,  quemen
•a  ella,  d  sufra  la  pena  cuemo  es  iugada.“
            
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