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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Dr.  Pfizniaier

Durch  die  eben  angedeuteten  Eigentbümlichkeiten  des  Inhalts
wurde  der  Verfasser  bestimmt,  diese  Arbeit  für  eine  weniger  in  das
medicinische  als  in  das  philosophische  Gebiet  gehörende  zu  erklären.
Die  Beibehaltung  mancher  chinesischen  Kunstausdrücke  konnte,
wenn  hei  der  Mehrdeutigkeit  derselben  der  deutsche  Ausdruck  nicht
gewechselt  werden  sollte,  nicht  vermieden  werden.  So  das  Wort
„Erspähung“,  welches  für  „Symptom“  und  auch  für  „Beobachtung“
gebraucht  wird.  Ebenso  das  Wort  „Luft“,  welches  bisweilen  für
wirkliche  Luft,  meistens  jedoch  für  „Lebensgeist“,  oder  auch  für
die  Bezeichnung  eines  unsichtbaren  Leidens  gebraucht  wird,  und
vieles  Andere.

Der  Abhandlung  werden  die  folgenden  von  den  Herausgebern
herrührenden  einleitenden  Worte  vorangesckickt:
Unter  den  ärztlichen  Häuptern,  welche  das  Ferne  und  das
Stoffliche  zu  Stande  brachten,  das  Offenbare  und  das  Dunkle  durchdrangen, ­
  gab  es  noch  keines,  welches  nicht  früher  sich  den  Anblick
verschafft  und  dann  erst  es  gefunden  hätte.  Indem  man  in  den  nahen
Zeitaltern  sieh  nur  an  die  Geschicklichkeit  der  Unterscheidung  (des
Pulses)  hält  und  mit  dem  Geiste  der  Anschauung  sich  nicht  befasst,
irrt  man  weit  ab  von  den  Gedanken  der  allen  Höchstweisen  und
früheren  Weisen.
Jetzt  wurde  aus  den  ärztlichen  Büchern  und  den  Schriften,  in
welchen  das  Aussehen  besprochen  und  Beobachtungen  angestellt
werden,  dasjenige,  welches  besonders  als  Muster  dienen  kann,  ausgelesen ­
  und  in  vier  Abhandlungen  neben  einander  gestellt.  Daselbst
findet  sieb  das  höchst  Vortreffliche  und  Ausgezeichnete  vereinigt.
Die  vier  Abhandlungen  und  die  Bestimmungen  des  Pulses  erhielten  den
Namen:  Die  Erfordernisse  und  Bestimmungen  der  vier  Beobachtungen.
In  sie  wurden  in  Wirklichkeit  die  Weise  der  Anschauung,  des  Hörens,
Fragens  und  Entscheiden  (über  den  Puls)  aufgenommen.  Es  wurde
bewirkt,  dass  in  späterer  Zeit  diejenigen,  welche  Lehrer  derHeilkunst
sind,  mit  Hilfe  dessen  lehren  können,  dass  diejenigen,  welche  Schüler
sind,  mit  Hilfe  dessen  lernen  können.  Wenn  man  es  eifrig  liest,  sich
einübt  und  vertraut  macht,  wenn  man  es  durch  viele  Tage  erwägt
            
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