Über (len phonetischen Werth eines Hieroglyphenzeichens.
85
Zur Bestimmung der Phonetik des Zeichens ^ findet sich nach
meinem Dafürhalten ein Anhaltspunct in einer Grabinschrift hei
Lepsius, worin folgende Stelle vorkommt »):
fWZ P
sa.kad.nak Jiuqa.u pan na sam sa Baknarunaf
du hast gespendet Tugenden diesedem Priester würdigen Bakenrunaf;
und in einer darauffolgenden Stelle heisst es:
sasnut.u sa.kad na Kuka.u pan na sam
die Todtenrichler haben gespendet die Tugenden diese dem Priester etc.
Da das Zeichen ^ in der Regel das phonetische Supplement
dB« nach sich, und im vorliegenden Falle die Lautzeichen sic vor
sich hat, so dürfte daraus wohl der Schluss gezogen werden können,
dass der Hieroglyphe ^ der Laut sakad zukomme. Doch glaube
ich, dass das Wort sakad kein Stammwort, sondern in die Elemente
sa (das causative Präfix) -j- lcad (den Wortstamm) zu zerlegen sei,
daher wir für das Zeichen ^ den Laut lcad erhalten würden. Diesem
Stamme lcad entspricht aller Wahrscheinlichkeit nach das koptische
k.«,t (im basmurischen), hot (im saliidischen und mempliitischen
Dialect), convertere, reverti, , in orbem peragrare,
yvpoa), uta , ß., circumdare, cingere, daher rat, cor bis, ivot,
rota, dann mensura itineris, parasanga, ^i-rot, Her suscipere,
obambulare, perambulare. observare etc.
Ist diese Ermittlung richtig, so wird man die Hieroglyphe ^
mit der phonetischen Gruppe ^ ^ qad 3 ) (causativ sa.qad)
zusammenstellen müssen, da diese beiden Ausdrücke auch in der
Bedeutung übereinstimmen.
In den oben unter Nr. 1 angeführten Bedeutungen (vereinigen,
verbinden, zusammenfügen, bilden) von ^
*) Lepsius, Denkm. HI, 259.
3 ) Die Phonetik von ^ wäre nach diesem vereinzelten Falle k\ doch steht in der
Mehrheit der vorkommenden Fälle in den Hieroglyphen dem Zeichen ^ der Laut A
und in der hebräischen Schrift das p gegenüber; vgl. „Die ägyptischen Denkmäler
in Miramar“, S. 314.