Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

735

V.  1344  ff.
navra  ydp
'Xt/jicc  rdo’  iv  -yspocv  rd  o  km  xpari  pot
KÖrpog  8vGx.6piarog  dariXam.
So  lautet  die  Überlieferung  im  Laurentianus.  Die  Änderung
Ikyjia  rav  ytpaXv  und  die  Erklärung  derselben,  so  wie  die  gewöhnliche ­
  Auffassung  der  ganzen  Stelle,  halte  ich  für  unzulässig.  Meiner
Meinung  nach  sagte  Kreon,  dass  schweres  Geschick  von  allen
Seiten  und  in  jeder  Richtung  (nravra)  auf  ihn  einstiirmte,  und  diesen
Begriff  „von  überall  her“  specialisirte  er  dann  durch  Angabe  einzelner
Richtungen.  Mit  Aiyjjia  d^rfkaro  bezeichnet  Kreon,  dass  das  Unglück
seitwärts  (d.  i.  ab  utroque  latere)  auf  ihn  einstürmte.  Mit  rd  ini
xpari  bezeichnet  er,  dass  Unglück  auf  ihn  von  oben  herabstürzte;
und  so  vermuthe  ich,  dass  in  den  unmittelbar  vorausgehenden  Worten
die  dieser  letzten  entgegengesetzte  Richtung  „von  unten  nach  oben
zu,  aufwärts“  bezeichnet  ward.  Demgemäss  glaube  ich  Vorschlägen
zu  können

navra  yäp
Xkypta  r  d  ö’  dvdxap  rä  cT  ini  xpari  pot
norpog  duaxoptarog  darfkaro

d.  i.  ,,  von  überall  her  ,  seitwärts,  aufwärts,  abwärts  ,  stürmte
schweres  Geschick  auf  mich  ein“.  In  mehr  als  einer  Hinsicht  bietet
hiefür  II.  p  116  eine  Analogie  dar:  noXkä  cT  dvavra  xdravra  napavra
rs  dö-ypta  r'  YikSov.  Wie  hier  itokkd  durch  die  nachfolgenden  Ausdrücke ­
  (unter  denen  ein  Paar  offenbarer  Gegensätze:  dvavra  xdravra
sich  findet)  specialisirt  wird,  um  die  mannigfachen  Richtungen  recht
plastisch  darzustellen,  so  auch  an  unserer  Stelle  nach  meiner  Conjectur.

            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.