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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  1  a

tlvcc  und  xTCGKTÜiLv  tlvoc  an  die  sinnliche  Bedeutung  „ausspeien“
sich  aulehnt,  und  nicht  wie  hei  xaraTzrösiv  und  npog,ttösiv,  an  die
Bedeutung  „anspeien“.  Y r on  dem  Compositum  äüOTvröstv  ist  es  von
vornherein  sehr  wahrscheinlich,  dass  es  nur  „exspuere,  respuere“
und  nie  „conspuere“  bedeutete.  Mit  der  sinnlichen  Bedeutung
„exspuere,  respuere“,  die  nrvsiv  und  dnorrrveiv  hat,  hängt  die  Bedeutung ­
  „verschmähen,  verabscheuen“  sehr  natürlich  und  augenscheinlich ­
  zusammen.  Interessant  ist  der  Gebrauch  des  dttonrOetv
von  Pferden,  die  den  Zügel  nicht  vertragen  (vgl.  Jacobs  zu  Philostr.
p.  280);  dieser  Gebrauch  steht  gewisermasssen  in  der  Mitte  zwischen
der  sinnlichen  und  übertragenen  Bedeutung  „verschmähen“.  Eben  so
augenscheinlich  ist  im  Latein  bei  „respuere“  der  Übergang  von  der
Bedeutung  „ausspeien“  zu  der  Bedeutung  „verschmähen,  verabscheuen“. ­
  Vgl.  Stat.  Theb.  8,  344  respuere  frenos  cum  sanguine—
einerseits,  und  anderseits  Stellen  wie  Euer.  6,68  quae  nisi  respuis  ex
animo  longeque  remittis.  Cic.  de  Or.  3,  26,  99  quin  ctiam  gustatus,
quam  cito  id,  quod  valde  dulce  est,  aspernatur  ac  respuit.
Dass  es  an  unserer  Stelle  keinem  Griechen  einfallen  konnte,
nzvaag  in  der  ursprünglichen  Bedeutung  zu  nehmen,  ist  natürlich;
der  Dativ  npoa&Tcu)  zwang  eben  dazu,  rerOaag  in  der  übertragenen
Bedeutung  zu  nehmen.  Nauck  irrt  sehr,  wenn  er  hei  rrrvoag  rrpoaüttuj
  die  Bedeutung  „in  das  Gesicht  speiend“  für  möglich  oder  gar
für  sicher  hält.  Diese  von  Musgrave  aufgestellte  Erklärung  hat  schon
Erfurdt  mit  dem  richtigen  Prädicat  bezeichnet;  er  hätte  nur  noch
hinzufügen  sollen,  dass  diese  Erklärung  auch  sprachlich  unstatthaft
ist.  „In  das  Gesicht  speiend“  lautet  im  Griechischen  npooreriiwv  oder
emnruojv  npoGwrw.
In  Betreff  des  Dativs  7zpoGÜ7tu>  hei  nrvaag  hat  Schneidewin
sehr  passend  Plat.  Euthyd.  267  E  jj.iidiäaxg  rw  npoauKop  verglichen.
Vgl.  ausserdem  Hom.  II  r,  212  jj.u§i6o)v  ßloavpoTm  7rpoaomaGi.  Stat.
Silv.  1,  2,  106  illa  refert  vultu  non  aspernata  rogari.
            
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