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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

7.33

glaube  nicht  zu  irren,  wenn  ich  annehme,  Nauck  habe  in  folgender
Weise  argumentirt:  „Man  sagt  nur  tttüevj  «  „etwas  ausspeien“,
nicht  aber  nrvuv  zivd  „einen  amspeien“.  Nun  müsste  sich  aber  die
übertragene  Bedeutung  „verabscheuen“  an  die  sinnliche  Ausdrucksweise ­
  nneiv  rivd  „einen  anspeien“,  anlehnen,  wie  bei  xararcr6co,
npoanrOu).  Also  da  die  Grundlage  der  übertragenen  Bedeutung  fehlt,
kann  auch  diese  letztere  selbst  nicht  zugegeben  werden“.  Schwerlich
wird  sich  aber  jemand  finden,  dem  diese  apriorische  Argumentation
mehr  gelten  sollte  als  das  thatsächliche  Vorkommen  der  in  Bede
stehenden  Bedeutung  bei  Sophokles,  Aeschylus  und  bei  späteren
Schriftstellern.  Übrigens  wollen  wir  beweisen,  dass  diese  Argumentation, ­
  die  uns  Nauck  gemacht  zu  haben  scheint,  falsch  ist.
Man  hat  bei  der  Untersuchung,  wie  sich  die  übertragene  Bedeutung ­
  „verabscheuen“  aus  der  sinnlichen  Bedeutung  „speien“  entwickelt ­
  hat,  eine  Alternative  vor  sich,  deren  beide  Fälle  zu  Gunsten
der  Annahme,  ntvelv  habe  auch  „verabscheuen“  bedeutet,  sprechen.
Entweder  hat  sich  die  Bedeutung  „verabscheuen“  bei  ktveiv  und
den  Compositis  nur  aus  der  Bedeutung  „einen  anspeien“  entwickelt, ­
  wie  dies  bei  ■/.ocranriiuv  rivög,  irpogKrveiv  rtvi  offenkundig
vorliegt;  oder  es  ist  jene  übertragene  Bedeutung  bei  manchen  der  in
Frage  kommenden  Verba  (nämlich  bei  nri/uv  und  «Tronrrusiv)  aus  der
Bedeutung  „ausspeien“  hervorgegangen.  Wer  die  Ansicht  festhält,
dass  nur  „anspeien“  die  Grundlage  der  Bedeutung  „verabscheuen“
bilden  könne,  der  dürfte  bei  ktveiv,  obzwar  bei  diesem  Verbum  die
sinnliche  Bedeutung  tztvsiv  nvcc  „einen  anspeien“  nicht  nachweisbar
ist,  dennoch  nicht  die  Möglichkeit  der  factisch  überlieferten  Bedeutung ­
  „verabscheuen“  läugnen.  Er  müsste  ja  zufolge  seiner  Grundansicht ­
  von  der  Entwicklung  dieser  Bedeutung  die  bei  anonriieiv
häufig  vorkommende  Bedeutung  „verabscheuen,  verschmähen“  auch
auf  dnonrvuv  riv«  in  der  Bedeutung  „einen  anspeien“  zurückführen.
Nun  findet  sich  aber  diese  sinnliche  Bedeutung  bei  änoritvslv  eben
so  wenig  als  bei  ktüslv.  Also  müsste  man  auch  schon  von  diesem  Standpuncte
  aus  die  Bedeutung  „verabscheuen“  bei  tttveiv,  eben  so  wie
bei  <x7ronr0siv  gelten  lassen,  oder  man  müsste  zu  der  Behauptung
sich  entschliessen,  dass  auch  alle  die  Stellen,  an  denen  änonrOsiv
die  übertragene  Bedeutung  bat,  corrupt  seien.
Man  kann  aber  auch  annehmen  —  und  dies  ist  meine  entschiedene ­
  Überzeugung  —  dass  die  Bedeutung  „verabscheuen“  bei  nrvztv
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