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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  1  a

rechtigung.  Somit  kann  npoaünut  niclit  instrumental  gefasst  werden,
sondern  tttuoikj  npoa6mu>  bedeutet  'in  das  Gesicht  speiend'.  DassSoph.
so  geschrieben  liabe,  scheint  freilich  nicht  glaublich“.  Nauck.  Diese
Bemerkung,  die  man  füglich  nur  eine  grundlose  Behauptung  nennen
kann,  liest  man  noch  in  der  3.  Auflage.  Und  im  Anhänge  macht  uns
Nauck  die  Mittheilung,  dass  vielleicht  der  ganze  Vers  ein  späteres
Machwerk  sei.  Im  Hinblick  auf  diese  Bemerkung  und  auf  zahlreiche
andere  derselben  Art  muss  man  in  der  That  Nauck  etwas  mehr
objective  Ruhe,  oder  welche  Eigenschaft  sonst  zur  richtigen  Beurtheilung
  solcher  Dinge  nothwendig  ist,  wünschen.  Warum  fehlt  jede
Berechtigung,  von  der  eigentlichen  Bedeutung  des  Wortes  irröcn  abzugehen? ­
  Nauck 1 )  müsste  von  seinem  Standpuncte  aus  uns  folgende
Antwort  geben:  „Weil  auch  im  V.  633  nriiaag  corrupt  ist  und  die
ganze  Stelle  etwa  so  umgestaltet  werden  muss:  ylvoir'  av  sAxoj
;  äAA"  drcoKriiaag  rrjv  nalö'  iv  "Atoov  rrjvde  wp-tpsveiv
iiiAsg.“  Wir  werden  uns  natürlich  hüten,  mit  einer  solchen  Aufklärung ­
  uns  zufrieden  zu  stellen,  sondern  wir  erblicken  in  V.  633
eine  willkommene  Bestätigung  für  das  Vorkommen  der  übertragenen
Bedeutung,  die  sich,  wie  hinzugefügt  werden  muss,  auch  bei  späteren
Schriftstellern  findet.  Gegen  diese  Berufung  auf  spätere  Schriftsteller
wird  Nauck  nichts  einzuwenden  haben,  da  er  selbst  zuweilen,  wo
keine  oder  nicht  hinreichende  Analogien  aus  älteren  Schriftstellern
vorliegen,  auf  spätere,  oft  sehr  späte  Autoren  sich  beruft.  Ausserdem
machen  wir  aber  Nauck  auf  die  schon  von  Erfurdt  angeführte  Analogie
aufmerksam,  welche  SsoTcrvarog  (bei  Aeschylus  Sept.  383)  darbietet;
denn  dies  Wort  setzt  natürlich  ktOhv  in  der  Bedeutung  „verabscheuen“ ­
  voraus.  Entweder  hat  Nauck  dies  Wort  übersehen,  oder  er
ist  enschlossen  auch  diese  Analogie  mit  dem  Ausspruch  „auch  SeonrvGrog
  ist  corrupt“  wegzuräumen.
Was  mag  denn  nun  aber  Nauck  doch  veranlasst  haben,  die
übertragene  Bedeutung  „verabscheuen“  bei  nrosiv  zu  läugnen?  Ich

*)  Er  läugnet  nämlich  überhaupt  das  Vorkommen  der  übertragenen  Bedeutung  von
KTiteiv;  sonst  würde  er  das  Wörtchen  „hier“  hinzugefügt  haben.  Dass  er  bei
Trructv  nur  die  ursprüngliche  Bedeutung  gelten  lassen  will,  geht  auch  daraus
hervor,  dass  er  auch  im  V.  6ü3  zrruffas-für  corrupt  hält.
            
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