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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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Gange  nach  der  Gruft  in  Kreon  s  Nähe.  Da  hörte  einer  von  ihnen
(natürlich  ein  solcher,  der  ein  besonders  scharfes  Gehör  hatte)  Jammertöne ­
  ;  und  sobald  er  sie  vernommen  hatte  ([xccSojv),  theilte  er  es
Kreon  mit.  Wie  nun  dieser  näher  kam,  hörte  er  sie  aucli  und  erst
jetzt  gab  er  den  Dienern  den  Befehl,  schnell  vorauszueilen  (121  ü):
er  seihst  folgte  ihnen,  so  rasch  er  konnte,  und  kam  etwas  später  am
Ziele  an.
Wollte  man  aber  vielleicht  sagen,  dass  pioXwv  nicht  in  dieser
Weise  d.  i.  von  der  Umkehr  eines  vorausgeschickten  Dieners  (—ävccdpap.thv')
  verstanden  werden  müsse,  sondern  dass  auch  bei  dieser
Leseart  die  Annahme,  dass  alle  Diener  Kreon  begleiteten,  möglich  sei,
indem  p.oAtov  hlos  die  Voraussetzung  involviren  könne,  dass  dieser
Diener  nicht  dem  Kreon  hart  zur  Seite  ging,  sondern  in  einer  gewissen ­
  nicht  grossen  Entfernung,  so  dass  er  doch  einige  Schritte
machen  musste,  um  in  Kreon’s  unmittelbare  Nähe  zu  kommen:  so
müsste  darauf  erwiedert  werden,  dass  diese  Entschuldigung  ungültig
ist.  Denn  warum  hätte  der  Diener  erst  hart  vor  Kreon  hintreten  sollen?
Er  konnte  es  ja  etwas  mehr  oder  weniger  laut  dem  Kreon  mittheilen,
je  nachdem  die  Entfernung  zwischen  ihm  und  Kreon  grösser  oder
kleiner  war.  Übrigens  ist  die  Annahme,  dass  Sophokles  in  dem  Falle,
wenn  jener  Diener  in  Kreon's  Nähe  sich  befand,  pioXcöv  gesetzt  haben
sollte,  um  die  Zurücklegung  jener  etliche  Schritte  betragenden  Entfernung ­
  zu  bezeichnen,  wegdn  des  Ausdruckes  poAuiv  unwahrscheinlicher;
Sophokles  würde  da  npoaslS&v,  jrapotarag,  ccy^i  xapaaräg.,  xpoasl--Söiv
  daaov  oder  einen  ähnlichen  passenden  Ausdruck  gebraucht  haben.
V.  1231.
töv  o  äypic/ig  öarjoiai  xaxTr,vag  6  xcäg,
xruvag  Ttpoauncp  y.o'jobj  dvTiixtliv,  fyyovg
bX/csi  dixloOg  xvtodovrag.
„Tlruaag  xpoauxop  sucht  man  zu  erklären  'indem  er  dem  Vater
seinen  Abscheu  durch  Mienen  zu  erkennen  gab’  ■).  Aber  von  der
eigentlichen  Bedeutung  des  Wortes  xrOu  abzugehen,  fehlt  jede  Be-*)

  Dies  ist  der  Wortlaut  der  ganz  richtigen  Erklärung  Schneidewin's,  welcher
Nauck,  wie  wir  glauben,  in  der  6.  Auflage  Recht  widerfahren  lassen  wird,  obzwar
er  sich  bisher  gegen  dieselbe  ablehnend  verhält.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  L.  Bd.  JV.  Hft.  47
            
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