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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

ovv,  öv  av  aivsaaip.i  erscheint  ouy.  sgtiv  gvtivu  av  ß'cov  aiviaaip.i
  i).
Aber  warum  hätte  Sophokles,  könnte  man  tragen,  diese  Ausdrucksweise, ­
  die  wenn  auch  richtig,  doch  ziemlich  schwerfällig  ist,
wählen  sollen,  wo  er  sich  der  einfachen  Ausdrucksweise  guy.  saS'
gkoXgv  dv  dvSp.  ßiov  gut’  aiv.  dv  Guts.  /xsp..  tzgts  hätte  bedienen
können.  Dem  Metrum  wäre  ja  genügt  worden,  wenn  er  z.  B.  gkgXov
äv  rtv’  (wie  Meineke  vermuthet)  für  gkgigv  gtomt  äv  geschrieben
hätte.  Auch  dafür,  dass  Sophokles  das  schwerfällig  erscheinende
gt&vt’  setzte,  lässt  sich  ein  bestimmter  Grund  angeben.  Dem  Boten
schwebt  hei  seiner  Äusserung  Kreon's  Lehen  vor;  Kreon  war  unvermutliet
  auf  den  Gipfel  des  Glückes  erhoben  worden,  indem  ihm  durch
Eteokles'  Tod  die  navTsl'ng  [j-Guapyja  zufiel;  und  indem  ihm  eben
diese  plötzliche  Wendung  in  Kreon's  Lehen,  dies  epochemachende
Ereigniss  vorschwebte,  gebrauchte  er  den  Ausdruck  gkgXgv  gtc/.vt'
„möge  sich  ein  Leben  noch  so  glücklich  gestalten,  wie  das  Kreon's,
ich  möchte  es  fürder  niemals  loben,  während  ich  früher  anders  urtheilte;
  denn  Kreon's  Lehen  erschien  mir  beneidenswerth  (1101)“.
Dass  die  Rticksichtsnahme  auf  Kreon's  Leben  einen  Einfluss  auf  die
Formulirung  der  vom  Boten  ausgesprochenen  Sentenz  hatte,  ist  sehr
leicht  begreiflich;  Kreon’s  Schicksale  sind  es  ja,  die  ihm  jene  Sentenz ­
  lebhaft  zu  Gemüthe  führen.  Der  zweite  Theil  der  Sentenz  gute
[xsp.ipal.ij.rjv  kgts  und  der  darauf  bezügliche  Theil  des  in  V.  11Ö8  f.
ausgesprochenen  Gedankens  (nämlich  Tuyrj  GpSoX  tqv  duGTuyoüvToj
gehört  natürlich  eigentlich  nicht  zur  Sache;  es  findet  sich  aber  oft
die  Erscheinung,  dass  ein  aus  mehreren  Theilgedanken  bestehendes
Sprichwort  vollständig  angeführt  wird,  obzwar  nur  ein  Theil  für  den
betreffenden  Zusammenhang  passt.  Vgl.  Ai.  131  f.  ojg  rjp.spa  ylivsi
rs  xdväysi  rcähv  änavTa  TavSpthnsia,  wo  nur  vlivsi  eigentlich  für
den  Zusammenhang  von  Wichtigkeit  ist.  Noch  auffallender  erscheint
Ai.  138  ff.  ymItoi  ap.ir.pGi  psydltüv  yojpi?  atpakspdv  nupyau  püp.a
itiXovTar  [xetü  ydp  \xzyakajv  ßaiög  äpiGT  dv  xai  p.£y  a  g  GpSiGXS'
ükg  p.i.Y.pGTspojv,  wo  der  zweite  Theil  dem  Zusammenhänge  ganz
fremd  ist.
D  Nachträglich  ersehe  ich  aus  Ellendtts  Lexicon  (s.  v.  ottoios),  dass  auch  dieser
Gelehrte  die  Stelle  richtig  erklärt:.  „07:010V  erravra  si  secundum  scholiaslen
coniunxeris,  elegautior  est  sentenlia,  sed  aliquanto  operosius.  explenda:  oöx  gart
ßio;  Totoöroc,  otxtte  STTCv.vi'jCt.iu.’  av  tfravra  6-ocovoöv“.
            
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