Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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Relativ einen besonderen Satz einleitet. Wovon man in der Erklärung
ausgehen muss, das ist die Formel ovx £g$' ötioiov ov: in dieser
ist das zweite ovx anerkannt eine neue Negation, und beide Negationen
heben sich auf: nihil est quod non, das ist Jegliches“.
Aber was zwingt uns denn, bei der Erklärung dieser Stelle von der
Formel ov-/. egS’ ötioiov ov auszugehen ? was sollte uns hindern, vielmehr
von der Formel ovx eo3' otcoiov (d. i. ovdiva ßiov öttoiovovv')
auszugehen und in ovte — ovrs die Wiederholung der Negation
ovx zu erblicken ? Gerade so wie man sagte ovdiva xaxüg ovr'
inoi-naa ovr' eiUfa, so konnte man auch ovx eg$' ovriva xaxüg ovr'
inoir,Gu ovr £),e& und Ähnliches in negativem Sinne sagen. Dass
das Relativum zwischen die zwei Negationen tritt, ist durchaus kein
Grund, dass die Negationen sich aufheben müssten. Die Negationen
würden sich autheben in dem Satze ovx eg$' ovriva ov xaxüg e/c£a,
gerade so wie in dem Satze ovdiva ov xaxiog iXs^a. Aber sowie
gegenüber dem positiven Sinne von ovdiva ov xaxöig sls^a der Satz
oöosv« ovr' inoi-naa ovr ikstga xaxüg negativen Sinn hat, so gilt
dasselbe von ovx egS’ ovriva xax&g ovr' snoinaa ovr' ils^a gegenüber
dem positiven ovx sgS' ovriva ov xaxöig sXsiga. Böckh hat übersehen,
dass die disjunctive Negation einen Unterschied bewirkt,
und dass die Griechen die Formeln ovx egS' dang, ovx egS' dnoig
u. s. w. sicher als einheitliche Ausdrücke in dem Sinne von ovdsig,
ovda./j.öjg u. s. w. fühlten. Zum Überflüsse vergleiche man Plat. Apol.
31 E ov yäp eariv dang avSpömow awS-nosrai ovte vpXv ovte a)lu>
ovdsvi nlrjSsi yvnaio)g ivavnovp.Evog.
Was Böckh gegen den Gedanken, der bei der von ihm bekämpften
Aulfassung sich ergibt einwendet, ist eben so unbegründet.
„Auch der Gedanke . . . „kein Menschenleben, wie es auch
steht, gut oder schlecht, möchte ich preisen oder verachten“
ist zu auffallend verkehrt, um ihn anzunehmen; denn das Gute,
so lange es da ist, muss man anerkennen, und auch das Böse. Nur
wenn dazu gesetzt wäre (was nicht der Fall), ehe das Leben
geendigt ist, würde der Gedanke verständig sein“. Dieser Zusatz
steht allerdings nicht dabei; aber der Bote fügt ja an jene Äusserung
sofort den begründenden Satz an rvyji yäp dp3oi xai rvy_ri
xarappEKEi röv Evrvyovvra rov rs dvorvyovvr' äsi, dessen Anfügung
gewiss den früheren Gedanken eben so verständig erscheinen lässt,
wie wenn er den von Böckh geforderten Zusatz gemacht hätte. Ist