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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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Relativ  einen  besonderen  Satz  einleitet.  Wovon  man  in  der  Erklärung ­
  ausgehen  muss,  das  ist  die  Formel  ovx  £g$'  ötioiov  ov:  in  dieser
ist  das  zweite  ovx  anerkannt  eine  neue  Negation,  und  beide  Negationen ­
  heben  sich  auf:  nihil  est  quod  non,  das  ist  Jegliches“.
Aber  was  zwingt  uns  denn,  bei  der  Erklärung  dieser  Stelle  von  der
Formel  ov-/.  egS’  ötioiov  ov  auszugehen  ?  was  sollte  uns  hindern,  vielmehr ­
  von  der  Formel  ovx  eo3'  otcoiov  (d.  i.  ovdiva  ßiov  öttoiovovv')
auszugehen  und  in  ovte  —  ovrs  die  Wiederholung  der  Negation
ovx  zu  erblicken  ?  Gerade  so  wie  man  sagte  ovdiva  xaxüg  ovr'
inoi-naa  ovr'  eiUfa,  so  konnte  man  auch  ovx  eg$'  ovriva  xaxüg  ovr'
inoir,Gu  ovr  £),e&  und  Ähnliches  in  negativem  Sinne  sagen.  Dass
das  Relativum  zwischen  die  zwei  Negationen  tritt,  ist  durchaus  kein
Grund,  dass  die  Negationen  sich  aufheben  müssten.  Die  Negationen
würden  sich  autheben  in  dem  Satze  ovx  eg$'  ovriva  ov  xaxüg  e/c£a,
gerade  so  wie  in  dem  Satze  ovdiva  ov  xaxiog  iXs^a.  Aber  sowie
gegenüber  dem  positiven  Sinne  von  ovdiva  ov  xaxöig  sls^a  der  Satz
oöosv«  ovr'  inoi-naa  ovr  ikstga  xaxüg  negativen  Sinn  hat,  so  gilt
dasselbe  von  ovx  egS’  ovriva  xax&g  ovr'  snoinaa  ovr'  ils^a  gegenüber ­
  dem  positiven  ovx  sgS'  ovriva  ov  xaxöig  sXsiga.  Böckh  hat  übersehen, ­
  dass  die  disjunctive  Negation  einen  Unterschied  bewirkt,
und  dass  die  Griechen  die  Formeln  ovx  egS'  dang,  ovx  egS'  dnoig
u.  s.  w.  sicher  als  einheitliche  Ausdrücke  in  dem  Sinne  von  ovdsig,
ovda./j.öjg  u.  s.  w.  fühlten.  Zum  Überflüsse  vergleiche  man  Plat.  Apol.
31  E  ov  yäp  eariv  dang  avSpömow  awS-nosrai  ovte  vpXv  ovte  a)lu>
ovdsvi  nlrjSsi  yvnaio)g  ivavnovp.Evog.
Was  Böckh  gegen  den  Gedanken,  der  bei  der  von  ihm  bekämpften ­
  Aulfassung  sich  ergibt  einwendet,  ist  eben  so  unbegründet.
„Auch  der  Gedanke  .  .  .  „kein  Menschenleben,  wie  es  auch
steht,  gut  oder  schlecht,  möchte  ich  preisen  oder  verachten“ ­
  ist  zu  auffallend  verkehrt,  um  ihn  anzunehmen;  denn  das  Gute,
so  lange  es  da  ist,  muss  man  anerkennen,  und  auch  das  Böse.  Nur
wenn  dazu  gesetzt  wäre  (was  nicht  der  Fall),  ehe  das  Leben
geendigt  ist,  würde  der  Gedanke  verständig  sein“.  Dieser  Zusatz
steht  allerdings  nicht  dabei;  aber  der  Bote  fügt  ja  an  jene  Äusserung
sofort  den  begründenden  Satz  an  rvyji  yäp  dp3oi  xai  rvy_ri
xarappEKEi  röv  Evrvyovvra  rov  rs  dvorvyovvr'  äsi,  dessen  Anfügung
gewiss  den  früheren  Gedanken  eben  so  verständig  erscheinen  lässt,
wie  wenn  er  den  von  Böckh  geforderten  Zusatz  gemacht  hätte.  Ist
            
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