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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  1  c  a  1  a

Ich  vermntke,  wie  ieh  durch  diese  Ergänzung  angedeutet  habe,
dass  die  Lücke  durch  den  gleichen  Anfang  der  zwei  mit  avzig  beginnenden ­
  Verse  veranlasst  worden  ist.
In  den  Worten  sig  inotyiov  zinov  ist  wohl  eine  Corruptel  vorhanden. ­
  Vielleicht  schrieb  Sophokles  „in  die  bewaldete  Gegend“,
etwa  dg  ind^vov  zcrnciv  (?)  d.  i.  in  die  mit  o^vai  bedeckte,  bewachsene
Gegend  (für  die  Bildung  und  Bedeutung  von  InoZvog  vgl.  lr.ive<pe\og
mit  Wolken  bedeckt,  eniaxiog  beschattet,  Imyoclxog  mit  Erz  bedeckt,
inop.ßpog  und  ähnliche  Composita).
Irrthiimlich  ist  die  Bemerkung  hei  Schneidewin-Nauck:  „Kreon
beordert  seine  Diener  nach  der  Höhe  (411),  wo  Po  1.  1  ag,  um
dort  Holz  zu  fallen  zum  Scheiterhaufen“.  Dass  Polyneikes’  Leichnam
auf  einer  Anhöhe  sich  befunden  hätte,  lässt  sich  aus  411  durchaus
nicht  schliessen;  die  Wächter  sassen  ja  in  einiger  Entfernung  vom
Leichnam;  der  Leichnam  selbst  lag  gewiss  unter  dem  Hügel,  auf
dem  die  Wächter  sich  niederliessen,  in  der  Ebene,  von  der  419  ausdrücklich ­
  gesprochen  wird.  Vgl.  auch  420  vlr>g  nediddog.  Nach  diesem ­
  Wald,  der  420  erwähnt  wird,  beorderte  Kreon  seine  Diener.
Auch  die  Worte  nediov  in  äx.pov,  sv.5’  ey.eizo  vyleeg  xwoaTtdpxxzov
OÜIJ.O.  HoA.  (1197  f.)  besagen  nicht,  dass  der  Leichnam  auf  einer
Erhöhung  der  Ebene  lag,  sondern  am  Bande,  an  der  Grenze  der
Ebene,  wo  dieselbe  mit  den  411  erwähnten  xdyoi  zusammenstiess.
Bemerkenswerth  ist  endlich,  um  noch  diese  Bemerkung  hinzuzufügen, ­
  die  Unzulänglichkeit  der  Begründung,  die  Kreon  für  die
Äusserung  napdjv  ixlvaoixai  gibt.  Kreon  brauchte  doch  desshalb,
weil  er  Antigone  aözdg  eo-noe,  nicht  sie  napo.jv  ey.lveaSca.  Als
Begründung  von  kcipüv  ixlv<jop.<xi  würde  man  auch  naptiv  eor/aa
erwarten,  was  aber  natürlich  unzulässig  war,  da  Kreon  nicht  bei  der
Einmauerung  persönlich  zugegen  war.  Aus  der  Unzulänglichkeit  der
Begründung  darf  man  aber  ja  nicht  auf  Verderbniss  der  Überlieferung
schliessen;  Sophokles  hat  wohl  wissentlich  und  absichtlich  dem  Kreon
diese  an  und  für  sich  auffallende  Ausdrucksweise  in  den  Mund  gelegt,
um  dadurch  die  radicale  Sinnesänderung  Kreon’s  klar  zu  bezeichnen.
Kreon  glaubt  nicht  genug  thun  zu  können,  um  seine  Schuld  wieder
gut  zu  machen  und  so  will  er  denn  hinsichtlich  der  Antigone  mehr
thun,  als  was  nach  den  Worten  aiizög  r’  eo^rsc/.  gerade  nothwendig
gewesen  wäre;  er  will,  um  die  der  Antigone  zu  leistende  Genugtuung ­
  glänzender  zu  machen,  in  eigener  Person  ihren  Kerker  öffnen,

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