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K v 1 c a I a
V. 1108 ff.
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Ich halte Hermann’s Annahme, dass hier eine Lücke ist, für
unzweifelhaft richtig. Mit den Worten tr’ tr’ ixdoveg ... d^cvag
yspoiv ipp.äoS' slivrsg Big inöipiov totzov nämlich befiehlt Kreon den
Dienern, Holz fällen zu gehen, um einen Scheiterhaufen für Polyneikes
zu errichten. Dagegen bezieht sich V. 1112 offenbar auf Antigone’s
Befreiung. Es ist nämlich unmöglich, sd'ooa und iz.Aöaopiai als
bildliche Ausdrücke zu nehmen und mit Schneidewin zu erklären;
„gleichwie ich seihst den Knoten geschürzt habe, so will ich ihn auch
in Person lösen“ ').
*) Allerdings ward "kvsiv in bildlichem Sinne in der Bedeutung- „eine Schwierigkeit
auflosen, eine Verwicklung schlichten“ gebraucht, aber wohlgemerktnurXu£iv, nicht
£xXu£iv oder ixXvzaSou, welches Compositum sich gar nicht zu diesem bildlichen
Gebrauche eignet. Dass Ai. 1317 sich avXhvGüi'J findet, ist natürlich, da es durch
den Gegensatz bedingt ist; und dies Compositum war freilich in jenem
bildlichen Sinne zulässig, da GvXlvzi'J = xoivv? Guv Ttvt \vsiv ist, so dass also
das einfache Verbum durch <7uv nicht alterirt wird. Ausserdem hätte man doch
auch bedenken sollen, dass als Gegensatz dieses bildlichen Xustv sich überall nur
ukteiv, ap.p.a oder passende Composita von «rrrstv, ap.p.a finden (man sehe die
bei Böckh S. 221 angeführten Beispiele) , und dass, wenn Böckh’s Erklärung richtig
ist, wie sie ohne Zweifel richtig ist, <?£tv gar nicht in der angenommenen
figürlichen Bedeutung (als Gegensatz des bildlichen Xveiv) gebraucht werden
konnte. Böckh bemerkt nämlich und beweist, dass a7rr£tv das Zugreifen, um thätig
mitzuhandeln, bezeichnet. Genauer muss man freilich sagen, dass «Trretv eigentlich
ist = durch Verknüpfen einzelner früher getrennten Elemente etwas (ein Ganzes)
zusammenbringen, zu Stande bringen. Vgl. o-uvtcravat (z. B. Thuk. 8, 48 oi
^uvicravrec rr/V oXi^cx^ica'), rcXexeiv, p«7rr£iv u. a. In diesem Sinne konnte
«7rr£iv (für das als simplex sich übrigens kein Beleg findet), e^arrrstv, gwccktbiv
gebraucht werden, da sich bei diesen Verben diese figürliche Bedeutung auch sonst
findet (vgl. Gvvouzzeiv Aesch. Ag. 1391 u. dg!.), während bei 5stv keine
Spur davon nachzuweisen ist. Nie sagte man &£iv oder <7vv&£tv pj^avvjv, vaxof,
p.ax*?v u. dgl.