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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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unmittelbarer  Beziehung  zu  dem  Hauptsatze  v/Jjpxl  —-  rcöhig  stehen,
wie  er  annimmt.  Es  ist  ja  zu  olwög  zu  ergänzen  ■/.a3r i yios,  und  hier
könnte  füglich  das  ganze  relative  Satzgefüge  seinen  Abschluss  finden;
der  angehängte  Zusatz  fipoiv  —  noktv  steht  also  mit  dem  Hauptsatze,
in  welchem  nöhig  sich  findet,  grammatisch  in  ziemlich  entferntem
Zusammenhänge  (für  den  ganzen  Gedanken  ist  er  freilich  wichtig,
wie  ich  unten  zeigen  werde),  und  da  ist  denn  die  Wiederholung  des
Wortes  mhg  auch  einem  feinen  Ohre  nicht  sonderlich  lästig.  Übrigens ­
  gestatte  ich  mir  noch  die  Bemerkung,  dass  sich  nicht  selten  in
relativen  Satzgefügen  Wiederholungen  finden,  die  viel  unangenehmer
das  Ohr  berühren,  als  die  an  unserer  Stelle  vorkommende.  So  wäre
es  z.  B.  ohne  Zweifel  gefälliger,  wenn  Xenophon  in  dem  Satze  ä/?.d
[xoi  ooxiX.  .  .  togo-jtov  ’/ojptov  x«tc/.'jyt'vj  diothnövra.g  roö?  Aö/O’jj,
oaov  rovg  io-yuroug  lö’youg  ysi/iaSui  tojv  noltp-iojv  xspärwv
(Anab.  4,  8,  12)  das  zweite  Ib-yovg  weggelassen  hätte.  Und  im  Latein
sind  solche  Ausdrucksweisen,  wie  Caes.  B.  G.  I,  (>  erant  omnino  itinera
  duo,  quibus  itineribus  domo  exire  possent,  sicherlich  auch  nicht
angenehm,  und  dennoch  rührt  die  Kritik  solche  Stellen  nicht  an.
Und  welches  ist  denn,  um  auch  das  zweite  Bedenken  Nauck’s
zu  prüfen,  jene  „unerweisbare“  Bedeutung,  welche  man  fingiren
muss,  wenn  man  nöhv  behalten  will?  Wie  Nauck  kanoO-yov  ig
nilov  übersetzt  „zum  heimatlichen  Himmelsraum“,  so  ist  auch
die  kGTioüyog  nokig  nichts  anderes  als  die  heimatliche  Stadt,
heimatlich  natürlich  mit  Bezug  auf  die  von  Hunden  oder  wilden
Thieren  oder  Vögeln  xaSr/yiap.evoi.
Ich  habe  oben  gesagt,  dass  der  Zusatz  <p£pwv—-mliv  für  den  ganzen ­
  Gedanken  wichtig  ist;  man  kann  aber  wohl  sagen,  dass  er  geradezu
nothwendig  ist.  Denn  ohne  diesen  Zusatz  wäre  der  Sinn,  dass,  so  oll.
eine  Leiche  von  Hunden  u.  s.  w.  zerfleischt  wird,  jene  Stadt,  der  der
Todte  angehörte,  erschüttert  werde.  Das  wollte  Teiresias  sicherlich
nicht  in  dieser  Allgemeinheit  aussprechen;  seine  Ansicht  war  gewiss
nur  die,  dass  eine  Stadt  dann  erschüttert  werde,  wenn  durch  einen
Hund,  Vogel  u.  s.  w.  die  otvöaiog  6op.ri  der  Leiche  in  die  heimatliche ­
  Stadt  gelangt.  Natürlich  ist  der  Zusatz  ysocov  xtA.,  der  grammatisch ­
  nur  an  otwvo?  sich  anschliesst,  auch  auf  die  ersten  zwei  Subjecte
  xiiveg  und  Sypsg  zu  beziehen.  Vgl.  Horn.  II.  ß.  130.  Dieselbe
Erscheinung  findet  sich  sehr  häufig  bei  dem  attributiven  Verhältnisse;
vgl.  Krüger  •$.  58,  2,  A.  2.
            
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